Ifo-Index Alles bleibt schlecht
München - Der Geschäftsklimaindex des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung lag im Januar in Westdeutschland bei 87,4 Punkten und damit praktisch auf gleicher Höhe wie im Vormonat als er noch bei 87,3 Zählern gelegen hatte.
Die vom ifo-Institut befragten Unternehmen beurteilten die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate nahezu unverändert. Der Index für die Erwartungen stieg minimal auf 98,1 von revidiert 98 Punkten im Vormonat. Ihre gegenwärtige Geschäftslage schätzten die Unternehmen ebenfalls geringfügig besser ein. Der entsprechende Teilindex stieg auf 77,1 Punkte nach 76,9 Punkten im Dezember.
Ifo-Präsident Sinn sprach von einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau. "Insgesamt ist es noch zu früh, auf Grund der Befragungsergebnisse auf eine Trendwende zu schließen", erklärte Sinn. Getragen werde der minimale Anstieg von einer Verbesserung im Bauhauptgewerbe und im Großhandel, während im verarbeitenden Gewerbe und beim Einzelhandel ein Rückgang des Klimaindikators verzeichnet worden sei. In Ostdeutschland stieg der Geschäftsklimaindex im Januar auf 97,4 von 97,2 Punkten im Dezember.
Schwaches Wachstum, hohe Arbeitslosigkeit
Ebenfalls am Dienstag berichtet die "Financial Times Deutschland", dass Deutschland nach Berechnung der Bundesregierung im laufenden Jahr ein Haushaltsdefizit von 2,85 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausweisen wird. Damit würde die Bundesrepublik ein wichtiges Kriterium des Maastrichter Stabilitätspaktes erfüllen. Im vergangenen Jahr hatte Deutschland entgegen vorheriger Beteuerungen von Finanzminister Hans Eichel (SPD) die Drei-Prozent-Marke deutlich verfehlt. EU-Haushaltskommissar Pedro Solbes hat jüngst Zweifel angemeldet, ob Deutschland die Kriterien 2003 wird erfüllen können.
Im Jahreswirtschaftsbericht, den Clement am Mittwoch vorlegen will, werde ein Wert von 2,75 Prozent stehen, der als ungefähre Schätzung zu verstehen sei, so die "FTD". Er beinhalte eine Schwankungsbreite von 0,25 Prozentpunkten nach oben und nach unten. Das Bundeswirtschaftsministerium wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren.
Nach einer Zusammenfassung des Jahreswirtschaftsberichts, der der Agentur Reuters vorliegt, rechnet die Bundesregierung in diesem Jahr mit einer weiterhin niedrigen Inflationsrate, einem starken Euro, einem Wirtschaftswachstum von einem Prozent und einem Anstieg der Exporte um 4,5 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen werde im Jahresdurchschnitt bei 4,2 Millionen liegen. Zudem werde ein Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte erwartet, der sich jedoch nicht sehr positiv auf das Gesamtwachstum auswirken werde. Zugleich hält die Regierung an dem im Stabilitätspakt festgeschriebenen Ziel fest, die Nettoneuverschuldung zu reduzieren und im Jahr 2006 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.