Ifo-Index Geschäftsklima verbessert sich überraschend deutlich
München - Erleichterung bei Ökonomen und Unternehmen: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli überraschend deutlich aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 85,9 Punkten im Vormonat auf 87,3 Zähler, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung am Freitag mitteilte.
Bauarbeiten (in Sachsen-Anhalt): Deutlich verbesserte Aussichten
Foto: JENS MEYER/ ASSOCIATED PRESSEs ist bereits das vierte Plus in Folge. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 86,5 Zähler gerechnet. Die 7000 befragten Unternehmen bewerteten dabei sowohl ihre Geschäftslage als auch die Aussichten für das nächste halbe Jahr besser. "Es scheint, dass die Wirtschaft wieder Tritt fasst", erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
Die Rezession der deutschen Wirtschaft wird nach Einschätzung der Ifo-Wissenschaftler im Sommer zu Ende gehen. "Wir werden im dritten Quartal wieder eine positive Wachstumsrate haben", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. Das heiße aber noch nicht, dass Deutschland dann wieder stark wachse. Es werde langsam nach oben gehen. Die Lage sei noch immer ernst. Es gebe weiter große Risiken für die Konjunktur - vor allem durch vermutlich steigende Arbeitslosenzahlen und die restriktive Kreditvergabe der Banken.
Bereits im Juni hatte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft leicht verbessert. Der Ifo-Geschäftsklima-Index erhöhte sich damals von 84,2 auf 85,9 Punkte. Der Anstieg übertraf die Erwartungen der Konjunkturexperten. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 85,1 bis 85,3 Punkte gerechnet.
Der monatlich erhobene Ifo-Index gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft. Sein erneuter Anstieg ist ein positives Signal: Ökonomen sprechen von einer Trendwende, wenn der Index dreimal nacheinander von seinem vorherigen Trend abweicht.
Der nunmehr vierte und deutliche Anstieg des Geschäftsklimas bestätigt laut der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) daher Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung. "Die größte Abschwungdynamik der deutschen Wirtschaft liegt wohl hinter uns", heißt es in einer Kurzstudie vom Freitag. Hierauf deuteten auch die deutlich gestiegenen Einkaufsmanager-Indizes.
Die Rezession in der Euro-Zone geht auch nach Einschätzung der Commerzbank zu Ende. "Alles deutet auf eine spürbare Erholung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Analyse des Bankhauses.