ifo-Index Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt!
München - Wie das Münchner ifo-Institut am Montag mitteilte, stieg der so genannte Geschäftsklima-Index für Westdeutschland im Januar auf 86,3 Punkte. Dies ist der höchste Stand seit dem vergangenen August.
Im Dezember 2001 hatte der Wert noch bei 85,8 Punkten gelegen (November: 84,9). Auch in Ostdeutschland zeigt das ifo-Barometer deutlich nach oben. Nach 96,9 Punkten im Dezember registrierten die Münchner Forscher nun einen Anstieg auf 98,5 Zähler. Im November hatte das Klima 97,3 Punkte betragen.
Das ifo-Barometer gibt Aufschluss darüber, wie die deutsche Wirtschaft den Start ins Jahr 2002 einschätzt und gilt als eines der wichtigsten Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft. Die Forscher ermitteln den Geschäftsklimaindex einmal monatlich aus einer Umfrage unter 7000 Unternehmen in ganz Deutschland. Berücksichtigt sind das Verarbeitende Gewerbe, das Baugewerbe sowie der Groß- und Einzelhandel.
Ifo: Erholung hat bereits begonnen
Nach Ansicht von Ifo-Volkswirt Gernot Nerb hat in Deutschland die wirtschaftliche Erholung bereits begonnen. "Wir sind in einer frühen Phase der Erholung. Es ist jedoch immer noch unklar, wie stark der anstehende Aufschwung sein wird", sagte Nerb.
Deutlich wurde die aufgehellte Stimmung der Unternehmen bei der Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung. Der Index Geschäftserwartungen für die alten Bundesländer stieg auf 94,8 von 90,9 Punkten im November (Dezemberschätzung 94,3 Punkte).
Erstmalig veröffentlichten die Konjunkturforscher ihren Index für den laufenden Monat und nicht mehr für den vorangegangenen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg des Geschäftsklimaindexes auf 85,7 Punkte gerechnet.
Hoffnung auf US-Erholung verbessert Stimmung
Volkswirte sehen besonders in der starken Verbesserung der Geschäftserwartungen ein klares Zeichen dafür, dass die deutsche Wirtschaft nun die konjunkturelle Trendwende vollzieht. "Der Anstieg des Ifo-Indexes ist ein normales Aufschwungmuster im Vergleich zu vorangegangenen Konjunkturerholungen", sagte Dirk Clench von der Hypothekenbank in Essen.
Grund für die verbesserte Stimmung in der deutschen Wirtschaft war nach Einschätzung der Analysten in erster Linie die Aussicht auf eine baldige US-Erholung. "Die Märkte und die Unternehmen sehen offensichtlich eine Wende in den USA wegen der steigenden US-Frühindikatoren", sagte Stefan Mütze von der Helaba. Zudem profitiere die Wirtschaft von niedrigen Ölpreisen und einem relativ geringen Außenwert des Euro.
Ifo-Volkswirt Nerb sieht anders als viele Analysten auch noch Spielraum für weitere EZB-Zinssenkungen. Die Wirtschaft brauche einen Antrieb, um eine sich selbst tragende Erholung zu erreichen, sagte Nerb.