Ifo-Institut: Schlechte Stimmung in der deutschen Wirtschaft - DER SPIEGEL
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Ifo-Institut Schlechte Stimmung in der deutschen Wirtschaft

Der Geschäftsklimaindex ist zum vierten Mal in Folge gefallen. Dennoch sehen die meisten Experte keinen Anlass zur Sorge.
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Frankfurt - Die Stimmung der Deutschen Wirtschaft hat sich im September weiter eingetrübt. Mit einem Wert von 98,0 nach revidiert 98,9 im Vormonat hat der Index den tiefsten Stand seit Oktober 1999 erreicht. Nach Einschätzung von Volkswirten ist der fortgesetzte Rückgang des Index aber nicht über zu bewerten. Auf Grund des hohen Ölpreises sei teilweise sogar noch mit einem deutlicheren Rückgang gerechnet worden. Der Euro reagierte dementsprechend kaum auf die Zahlen und behauptete sich über 0,84 Dollar. Ifo-Volkswirt Gernot Nerb sagte jedoch, dass der Index weiter fallen könne, falls die Ölpreise hoch blieben.

Im Durchschnitt hatten die befragten Volkswirte zwar lediglich einen leichten Rückgang des Index auf 98,6 von 99,0 Punkten im August erwartet. Harald Jörg von der Dresdner Bank sagte nach der Veröffentlichung der Daten jedoch, in seinem Haus sei wegen des Ölpreisanstiegs und der jüngsten Kursverluste an den Aktienmärkten sogar noch mit einem deutlicheren Rückgang gerechnet worden. "Deshalb bin ich eher angenehm überrascht", sagte der Volkswirt. "Über die Konjunktur sagt uns das wenig, dass der Index im vierten Monat nacheinander zurückgegangen ist." Insgesamt sollte der Index nach Jörgs Ansicht nicht überbewertet werden. "Die harten Fakten wie Auftragseingänge und Industrieproduktion zeigen, dass die Konjunktur weiter eine hohe Dynamik hat."

Keinen Anlass zu einer Änderung der Konjunkturerwartungen sieht auch Hans-Jürgen Meltzer von der Deutschen Bank. "Wir gehen nach wie vor von einem guten dritten Quartal aus. Wir gehen davon aus, dass sich das BIP um rund ein Prozent erhöht", sagte der Volkswirt. Obwohl bei HSBC Trinkaus & Burckhard in Düsseldorf nicht mit einem so starken Rückgang des Index gerechnet worden war, signalisieren die Zahlen aber auch für Volkswirt Lothar Hessler keine konjunkturelle Trendwende. Er sprach von einer "gemächlichen Abschwächung", zu Rezessionsbefürchtungen komme es nicht. "Wir behalten weiter unsere Wachstumsprognose bei von 3,1 Prozent in diesem und 2,6 Prozent im nächsten Jahr."

Ifo-Volkswirt Nerb geht allerdings davon aus, dass sich der Ifo-Index weiter abschwächen kann, wenn die Ölpreise hoch bleiben. Allerdings werde sich die Abschwächung verlangsamen sagte er. Der Rückgang im September spiegele den dämpfenden Effekt der hohen Ölpreise auf die Industrie und den Einzelhandel wieder. Der Ölpreis müsse fallen, damit sich der Index erholen könne.