IG Metall: Ab Mittwoch wird gestreikt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

IG Metall Ab Mittwoch wird gestreikt

In den Tarifverhandlungen der Metallindustrie und des Öffentlichen Dienstes stehen die Zeichen auf Sturm. Die IG Metall will ab Mittwoch vereinzelt Warnstreiks ausrufen und scheut sich nicht mehr vor dem Wort "Urabstimmung".
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - "Wenn die Friedenspflicht abgelaufen ist, werden wir Druck machen", sagte IG-Metall-Chef Klaus Zwickel. Am Mittwoch sollen kurz nach Mitternacht Metall-Arbeitnehmer in ausgewählten Betrieben in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland die Arbeit niederlegen. Dies wurde am Sonntag aus Kreisen des Frankfurter IG-Metall-Bezirks bekannt. Auch in Sachsen soll es von der zweiten Wochenhälfte an die erste Warnstreikwelle geben, kündigte der Bezirksleiter der IG Metall für Brandenburg, Berlin und Sachsen, Hasso Düvel, in Zwickau an. In Bayern und Nordrhein-Westfalen werden an Montag die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie fortgesetzt. Der Tarifabschluss in der Chemieindustrie werde für die Gewerkschaft kein Maßstab sein, sagte IG-Metall-Vize Jürgen Peters.

Zwickel rief die Gewerkschaftsmitglieder auf, "notfalls die Tarifforderungen mit Streiks zu erkämpfen". Von Arbeitgeberseite müsse "deutlich vor Ostern ein akzeptables Verhandlungsergebnis präsentiert werden". Ansonsten werde die Osterzeit genutzt, um eine Urabstimmung vorzubereiten. Hauptziel der IG Metall sei nach wie vor eine Tariferhöhung im Gesamtvolumen um 5,5 Prozent und die Rente ab 60. Zudem soll die Vergütung für die Auszubildenden um 80 Mark erhöht werden.

Zwickel betonte, dass die Arbeitnehmer nicht im Alter von 60 Jahren nach Hause geschickt werden sollten. "Wer 60 ist, soll selbst entscheiden, was er will." Wichtig sei jedoch, dass ältere Arbeitnehmer aus der Arbeitswelt ausschieden und jüngere nachrückten.