IG Metall Arbeitsmarktforscher kritisieren Lohnforderung
Hamburg - "Wenn jetzt die Konjunktur nicht durch maßlose Tarifabschlüsse abgewürgt wird, ist eine Reduzierung der Arbeitslosen um 200.000 in diesem Jahr tatsächlich auch möglich", sagte der Berliner Arbeitsmarktexperte Günther Schmid. Der Arbeitsmarktexperte des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Hilmar Schneider, hält die Forderung der IG Metall wegen der Situation im Osten Deutschlands für "überzogen". Dort kämpfe ein Großteil der Unternehmen ums Überleben, sagte er der "Leipziger Volkszeitung". Seiner Meinung nach orientierten sich die Forderungen der IG Metall zu sehr an prosperierenden Großunternehmen.
Dagegen sieht der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Rheinland-Pfalz, Dieter Kretschmer, die Reaktionen auf die IG-Metall-Forderung als das übliche "Kampfgetöse". Die HBV-Vorsitzende Margret Mönig-Raane erklärte im Westdeutschen Rundfunk, die Forderung im Gesamtvolumen von 5,5 Prozent widersprächen nicht den Vereinbarungen im Bündnis für Arbeit. Darin seien keine Aussagen zu Forderungen, sondern nur zum Abschluss gemacht worden. Den Kritikern entgegnete sie: "Guckt euch bitte an, was die schwache Binnennachfrage an Arbeitsplatzvernichtung gebracht hat."
Die Spitzen von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Regierung hatten im Bündnis für Arbeit am Sonntag eine Regelung zur branchenspezifischen Verkürzung des Arbeitslebens im Gegenzug für eine moderate Tarifpolitik vereinbart.