IG-Metall-Krise Peters feuert seinen Pressesprecher
Frankfurt am Main - Er sei bereits am 5. August mit sofortiger Wirkung und ohne Angabe von Gründen von seinen Aufgaben als Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie als "metall"-Chefredakteur entbunden worden, sagte Eilrich.
Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, habe IG-Metall-Chef Jürgen Peters mit der fristlosen Kündigung auf ein umstrittenes Extra-Blatt des Mitgliedermagazins "metall" reagiert. Unter dem Titel "In eigener Sache - raus aus der Krise" hatte Eilrich einen Beitrag über den ehemaligen IG-Metall-Chef Klaus Zwickel veröffentlicht. Darin bezeichnete er seinen Ex-Chef als "durch die Mannesmann-Affäre 2001 persönlich angeschlagen" und erinnerte an Vorschläge Zwickels, die "in der IG Metall keine Mehrheit fanden".
Noch während der Auslieferung stoppten Peters und IG-Metall-Finanzchef Bertin Eichler das bereits millionenfach gedruckte Flugblatt und bezeichneten es als "grobe Geschmacklosigkeit".
Für Anfang September sei noch ein Gespräch "über seine berufliche Zukunft" geplant, sagte Eilrich. Er habe auch Rechtsschutz bei der IG Metall beantragt, um die Verträglichkeit der Kündigung mit einem Passus in seinem Arbeitsvertrag überprüfen zu lassen. Eilrich hat nach eigenen Angaben jedoch nicht die Absicht, sich wieder in seinen bisherigen Job einzuklagen.
Die Personalkommission, die Eilrich von seinen Aufgaben entbunden hat, besteht eigentlich aus den drei Personen an der Gewerkschaftsspitze. Wegen des Rücktritts von Klaus Zwickel als Vorsitzender der IG Metall bildeten derzeit nur Peters und der Hauptkassierer Bertin Eichler die Kommission. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, soll auch "metall"-Redaktionsleiterin Ruth Gruber mit Ende dieses Monats ihren Posten verlieren.