IG Metall: Schily kanzelt Vize Peters öffentlich ab - DER SPIEGEL
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IG Metall Schily kanzelt Vize Peters öffentlich ab

Die IG Metall zerfleischt sich selbst, nun muss sie sich auch noch ungewöhnliche Kritik der Regierung gefallen lassen: Bundesinnenminister Schily hat dem Möchtegern-Boss der Gewerkschaft öffentlich die Eignung abgesprochen.
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Frankfurt am Main - Schily sagte im ZDF-"Morgenmagazin", der Zwist in der Metaller-Gewerkschaft sei ein "Trauerspiel". Deutschland brauche starke Gewerkschaften, deshalb müsse die IG Metall sich bald auf eine neue Führung verständigen. IG-Metall-Vize Peters aber kommt aus Sicht Schilys dafür nicht mehr in Frage: Alle diejenigen, die im Richtungsstreit "verbissen" aufträten, seien nicht mehr geeignet für Führungsaufgaben, sagte der Minister.

Schily greift damit erstaunlich deutlich in die Debatte um die Nachfolge des IG-Metall-Chefs Zwickel ein. Er betonte aber, die Gewerkschaften seien unabhängig - die Regierung habe da keine Einflussmöglichkeiten.

IG-Metall-Sprecher Claus Eilrich bemühte sich am Morgen darum, den PR-Schaden der gescheiterten Nachfolgedebatte zu begrenzen. Die Gewerkschaft brauche nur etwas Zeit, sagte er ebenfalls im "Morgenmagazin". Auf dem Gewerkschaftstag im Oktober werde der Neuanfang aber mit "attraktivem Personal und attraktiven Inhalten" geschafft werden, versprach er.

Nach dem Rückzug des Süddeutschen Berthold Hubers gebe es zwar den Tandemvorschlag mit zwei Führungsspitzen nicht mehr. Nun müsse der Vorstand der IG Metall einen neuen Personalvorschlag für den Gewerkschaftstag machen. Dies werde möglichst bald geschehen.

Der IG-Metall-Vorstand hatte sich am Dienstag nach einer mehr als zwölfstündigen Vorstandssitzung nicht auf eine Lösung im Streit verständigen können. Peters, der neuer Gewerkschaftschef werden will, hält an einer Kandidatur im Oktober fest, Zwickel wirft Peters Irreführung des Vorstandes vor und kreidet ihm das Streik-Debakel im Osten an.