Image-Kampagne Wal-Mart setzt auf Reality-TV
Unter anderem wird Wal-Mart im Umfeld der Sendung im großen Stil Werbung für die eigene Sam's Club Foundation schalten, die ihrerseits Stipendien vergibt. Über die Kosten schweigen sich die Beteiligten aus. Vergleichbare Kampagnen kosten zwischen 100.000 und vier Millionen Dollar.
Bislang trat Wal-Mart noch nie als Geldgeber für eine TV-Show auf. Bei "The Scholar" allerdings griffen die Verantwortlichen zu. "Das ist ein einzigartiger Weg, um zu zeigen, dass wir Bildung fördern", sagte Betsy Reithemeyer, Chefin der Sam's Club Foundation.
Tatsächlich hat Wal-Mart allen Grund, sein Image aufzubessern. In den USA hat der Konzern den Ruf des Ausbeuters und Plattmachers. Unter anderem geriet Wal-Mart wegen illegaler Beschäftigung von Billiglohnkräften in die Schlagzeilen. Auch sind die blauen Supermärkte gefürchtet, weil sie kleine Einzelhändler verdrängen. Gegen Wal-Mart-Neugründungen gibt es deswegen Proteste.
Die Gewerkschaft United Food and Commercial Workers International Union hat deswegen jüngst die Kampagne "Wake up Wal-Mart" gestartet. Im Internet prangern die Arbeitnehmervertreter die Situation bei Wal-Mart an.
Der größte Einzelhandelskonzern der Welt hat bereits auf den zunehmenden Druck reagiert. Anfang des Jahres attackierte das ansonsten eher zur Schweigsamkeit neigende Unternehmen seine Kritiker mit einer landesweiten Anzeigenkampagne. Seit dem Frühjahr schaltet Wal-Mart imagefördernde TV-Spots. Anfang April lud das Management erstmals Journalisten ins Hauptquartier nach Bentonville ein, um die Klagen über das aggressive Geschäftsgebaren zu entkräften.
Wal-Mart hat auch hierzulande bei Gewerkschaftern einen schlechten Ruf. Zuletzt sorgte die Deutschland-Tochter mit einer Ethikrichtlinie für Unruhe, die in das Privatleben der Angestellten eingreift. Unter anderem schreibt, das Regelwerk vor, mit wem die Mitarbeiter eine Beziehung aufnehmen dürfen.