Imagewechsel: Google will in Europa Wurzeln schlagen - DER SPIEGEL
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Imagewechsel Google will in Europa Wurzeln schlagen

Google will weg vom Image des alles beherrschenden, gewinnorientierten US-Konzerns. Der Weg, den die Internet-Experten wählen, kann als Beleg dienen, dass sie es ernst meinen: Statt seine Botschaft per Werbediktat zu verbreiten, schafft das Unternehmen Arbeitsplätze in Europa.
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New York – "Mein Ziel ist es, dass das Technikteam für Europa, Nahost und Afrika eines Tages so groß ist wie das in Nordamerika", sagte Nelson Mattos, Technikchef von Google Europa, der "Financial Times". Das sei auch der Grund, weshalb er sich dem Unternehmen angeschlossen habe.

Allein in Europa plane der US-Konzern voraussichtlich mehrere Tausend neue Ingenieure einzustellen. Auf diese Weise solle die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Region so groß werden wie das Pendant in den USA.

Zuletzt hatte Google nach eigenen Angaben 13.786 Mitarbeiter beschäftigt - nach Schätzung von Branchenexperten sind davon die Hälfte IT-Entwickler und Techniker. Der ganz überwiegende Teil arbeitet am Konzernsitz im kalifornischen Mountain View. Allein in den Monaten März bis einschließlich Juni stellte das Unternehmen knapp 13 Prozent mehr Mitarbeiter ein.

Die Entwicklungsabteilung in Europa besteht seit drei Jahren. Mittlerweile betreibt Google in zwölf europäischen Ländern Ableger. In einigen Ländern tut sich der US-Konzern nach Angaben der "Financial Times" allerdings sehr schwer. In Russland beispielsweise liege die Suchmaschine von Google hinter den einheimischen Wettbewerbern Yandex und Ramble nur auf Rang drei.

Auch was die Mentalität betrifft, gab es in der Vergangenheit Reibungsflächen. So kritisieren etwa Datenschützer den Umgang des Unternehmens mit sensiblen persönlichen Informationen. Und belgische Zeitungsverlage zogen gegen Google vor Gericht, weil sie die Indizierung von Zeitungsartikeln verhindern wollten. Nun prüft die EU-Wettbewerbsaufsicht auch noch Googles Übernahme des Werbeunternehmens Doubleclick.

"Wir werden in Europa nicht korrekt wahrgenommen", sagte Mattos der "FT". Es fehle ein Verständnis der Arbeitsweise des Unternehmens. "Die Menschen begreifen das Geschäftsmodell, das neue Umfeld in der Computerwelt und die Mitarbeiter nicht."

mik