Importboykott: Wirtschaftsminister droht Stromkonzern EdF - DER SPIEGEL
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Importboykott Wirtschaftsminister droht Stromkonzern EdF

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller will den französischen Stromriesen Electricité de France (EdF) ausbremsen. Er sieht Gefahr für deutsche Unternehmen.
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Berlin - Müller hält es für bedenklich, dass EdF als reiner Staatskonzern in Europa die Angebote von Konkurrenten unterbiete und sich weiter vergrößere. Er drohte unmissverständlich mit einem Importboykott. Nach dem neuen Energiewirtschaftsgesetz könnte der Import aus Ländern abgewiesen werden, die nicht die gleichen Wettbewerbskriterien erfüllten, sagte der Minister: "Derzeit entscheiden das die Unternehmen, das muss aber nicht so bleiben."

Der Vorstandschef von e.on Energie, Hans-Dieter Harig, kritisierte, der weltweit größte Energieversorger EdF verschaffe sich einen Vorsprung, indem er sich dem Wettbewerb mit Angeboten entziehe, die vor privaten Kapitaleignern nicht zu rechtfertigen seien.

Auch EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hält EdF für gefährlich. Die EU werde mit allen Mitteln sicherstellen, dass der französische Energiekonzern durch die Übernahme von über 20 Prozent an der italienischen Holding Montedison keine Wettbewerbsregeln verletze, sagte er.

Laut Monti hat die EU-Kommission erst dann keine Vorbehalte mehr gegen die Ankaufaktivitäten der EdF, wenn einige EU-Regierungen Vorschläge zur Liberalisierung des Energiemarktes frühzeitig ratifizieren würden. "Erst nach der Ratifizierung werden die Unterschiede zwischen den nationalen Märkten beseitigt sein", so Monti.