Industrie: Schröder soll Transrapid zur Chefsache machen - DER SPIEGEL
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Industrie Schröder soll Transrapid zur Chefsache machen

Das Magnetbahn-Projekt zwischen Hamburg und Berlin hängt am seidenen Faden. Kurz vor dem Spitzentreffen von Bahnchef Hartmut Mehdorn mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Verkehrsminister Reinhard Klimmt am Dienstag werfen sich Politik und Herstellerkonsortium vor, zu wenig Engagement zu zeigen.
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Berlin - Eigentlich sollte der Antrittsbesuch von Mehdorn beim Kanzler nur protokollarischen Charakter haben. Doch die Krise um das Transrapid-Projekt wird die beiden Herren zu mehr als nur einem Händedruck zusammenführen. Mit seiner Ablehnung des Transrapid-Projekts für die Trasse Hamburg-Berlin hat der neue Bahnchef Industrie und Politiker aufgescheucht.

Jetzt soll es der Kanzler richten - der Fall Holzmann ist das Vorbild. "Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, lieber Gerhard" beginnt Hendrik Jordan, Betriebsvorsitzender vom Transrapid-Hersteller Thyssen-Krupp am Standort Kassel, seinen offener Brief, in dem er von Genosse zu Genosse bittet, das Magnetbahnprojekt "zur Chefsache" zu erklären. Tausende von Arbeitsplätzen hingen an dem Projekt, das nicht "kleinkarierten Bürokraten zum Opfer" fallen dürfe.

Auch das Transrapid-Industrie-Konsortium forderte den Bundeskanzler auf, das Projekt bei dem Treffen zur Chefsache zu erklären. Mehdorn habe sich wiederholt negativ und unsachlich zur Strecke Hamburg-Berlin geäußert, sagte Konsortiums-Sprecher Peter Wiegelmann. Der Kanzler müsse eingreifen, um eine Zukunftstechnologie für den Standort Deutschland zu retten.

Klimmt räumte ein, dass die vom Bund für den Bau der Trasse Berlin-Hamburg bereit gestellten 6,1 Milliarden Mark wohl nicht ausreichen. Er wolle die Strecke zwar noch nicht endgültig aufgeben, die Summe werde aber vom Bund nicht erhöht. Da auch die Länder und die Industrie ein starkes Interesse an dem Projekt hätten, müssten sie sich mehr engagieren, sagte Klimmt. Wenn die Strecke gebaut werden solle, müsse sie auch so finanziert werden, dass sie wirtschaftlich genutzt werden könne. Man dürfe der Bahn nicht etwas aufdrängen, was sich nicht rentiere.