Industriekonzern ThyssenKrupp erleidet Gewinneinbruch
Düsseldorf - Die Stahlkrise schlägt bei ThyssenKrupp voll durch. Nach Einbrüchen im ersten Geschäftsquartal rechnet der Konzern auch für das Gesamtjahr 2008/2009 (bis Ende September) mit einem erheblichen Umsatz- und Ergebnisrückgang und streicht daher weitere Stellen. Das Unternehmen werde aber einen deutlichen Gewinn machen, betonte ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz.
Im Zeitraum von Oktober bis Dezember schrumpfte der Vorsteuergewinn (Ebt) wegen des Geschäftseinbruchs in der Stahl- und Edelstahlsparte um 63 Prozent auf 240 Millionen Euro, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Analysten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Minus gerechnet.
"Der drastische und in diesem Maß unvorhersehbare Nachfrageeinbruch bei Stahl und Edelstahl und im internationalen Werkstoffhandel hat unser Geschäft erheblich belastet", erläuterte Schulz. Die Auftragseingänge im Stahlgeschäft fielen um 36 Prozent, in der Edelstahlsparte sogar um 55 Prozent. Zudem musste ThyssenKrupp im Auftaktquartal auf seine Vorräte 250 Millionen Euro abschreiben.
Bei einem um sechs Prozent auf 11,5 Milliarden Euro gesunkenen Umsatz erzielte ThyssenKrupp noch einen Überschuss vor Anteilen Dritter von 163 Millionen Euro - ebenfalls ein Rückgang um 63 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Stahlgeschäft erwirtschaftete mit einem Vorsteuergewinn von 251 Millionen Euro rund 100 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Edelstahlsparte schloss sogar mit einem Vorsteuerverlust von 249 (Vorjahr: minus 45) Millionen ab und wird nach Schulz' Worten auch im Gesamtjahr rote Zahlen schreiben.
Die Flaute in wichtigen Abnehmerbranchen wie der Autoindustrie und dem Maschinenbau hat die jahrelang boomende Stahlindustrie nach unten gezogen. "Für das zweite Quartal gehen wir von einem im Vergleich zum ersten Quartal schwierigeren Geschäftsverlauf aus", sagte Schulz am Donnerstagabend vor Journalisten. Mit einer Stabilisierung des Geschäfts rechne er für 2009/2010.
"Es wird einen weiteren Stellenabbau geben", kündigte er zudem an, ohne eine Größenordnung zu nennen. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen. Seit Ende September seien 3000 Stellen gestrichen worden. Betroffen waren vor allem rund 2000 Leiharbeiter.