Infineon Deutlicher Gewinneinbruch befürchtet
München - "Wir werden vermutlich rote Zahlen sehen", sagt Matthias Schneck, Analyst bei der HypoVereinsbank. Infineon gibt heute die Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres (bis 30. September) bekannt.
Für das zweite Halbjahr rechnet Scheck wieder mit einer Erholung im Geschäft mit Speicherbausteinen, die im vergangenen Jahr fast drei Viertel des operativen Ergebnisses (Ebit) im Konzern ausmachten. Auch die Nachfrage nach Chips für die mobile Kommunikation werde in der zweiten Jahreshälfte wieder steigen.
Infineon-Chef Ulrich Schumacher hatte sich Anfang April vor der Hauptversammlung optimistisch gezeigt und betont, dass es erste Anzeichen für eine steigende Nachfrage und ein Anziehen der Preise bei Speicherchips gebe. Weniger zuversichtlich zeigte er sich jedoch im Hinblick auf die Entwicklung bei der mobilen Kommunikation, wo nach seinen Worten mit einer Erholung erst gegen Ende des Jahres gerechnet werden könne. Im zweiten Quartal wurden im Speicherbereich Verluste geschrieben, räumte Schumacher damals ein.
Konkurrenten wie Philips oder Intel wiesen bei der Vorlage ihrer Quartalszahlen bereits kräftige Einbußen aus. Die skeptischen Prognosen der Analysten wurden jedoch zum großen Teil übertroffen. Zurückhaltend im Hinblick auf die Ertragsentwicklung bei Infineon hatte sich im März auch die Mutter Siemens AG gezeigt, die noch 71 Prozent der Anteile an dem Halbleiter-Unternehmen hält. Die Prognose eines zweistelligen Umsatzanstiegs sowie eines überprortionalen Ertragszuwachses sei nur noch ohne Infineon zu erreichen, hieß es damals bei Siemens.