Infineon: Gute Zahlen aber wenig Zuversicht - DER SPIEGEL
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Infineon Gute Zahlen aber wenig Zuversicht

Der Chiphersteller Infineon hat im Auftaktquartal des Geschäftsjahres 2002/03 seine Verluste deutlich reduziert. Optimismus sei dennoch nicht angebracht, mahnt Konzern-Chef Ulrich Schumacher.
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München - Es gebe erste Anzeichen für einen positiven Markttrend Schumacher am Montag. So sei in den meisten Segmenten sei eine stabile Nachfrageentwicklung zu erwarten. Doch sei es noch zu früh, von einer nachhaltigen Verbesserung des Gesamtmarkts zu sprechen

Die Zahlen des abgelaufenen Quartals geben dagegen Anlass zur Freude. Im ersten Quartal 2002/03, das am 30. September endet, sank das Minus vor Zinsen und Steuern im Jahresvergleich von 564 auf 31 Millionen Euro. In den beiden abgelaufenen Geschäftsjahren hatte Infineon Milliardenverluste verbuchen müssen. Im ersten Quartal fiel das Minus nun etwas geringer aus, als von vielen Analysten erwartet.

In der Speicherchip-Sparte, die für das Ergebnis von Infineon traditionell von entscheidender Bedeutung ist, kehrte der Konzern sogar knapp in die Gewinnzone zurück. Wegen der günstigeren Produktion im neuen Dresdner Werk und einer gestiegenen Nachfrage erzielte die DRam-Sparte vor Zinsen und Steuern 29 Millionen Euro Gewinn nach einem Verlust von 375 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal verglichen mit dem schwachen Vorjahreszeitraum um 47 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro. Dabei konnte der Konzern in allen Segmenten zulegen. Verglichen mit dem Vorquartal stiegen die Erlöse um 10 Prozent. Im Schlussquartal 2002/03 hatte der Verlust vor Zinsen und Steuern 292 Millionen Euro betragen. Der Netto-Verlust betrug im ersten Quartal 40 Millionen Euro nach 506 Millionen Euro im Vorquartal und 331 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Nach dem relativ starken Weihnachtsquartal ist für Infineon nun entscheidend, ob die Nachfrage auch im ersten Kalenderquartal stabil bleibt. Gerade in der drahtgebundenen Kommunikation und bei den mobilen Sicherheitslösungen blieben die Marktbedingungen schwierig, sagte Schumacher. Daher werde der Preisdruck hier in der ersten Hälfte des Kalenderjahres anhalten. Als Zulieferer für die Automobilelektronik wolle Infineon den Marktanteil und die Produktivität steigern.

Bei den Speicherprodukten erwartet der Konzern im laufenden Quartal nur eine leichte Nachfragesteigerung. "Die Preisentwicklung wird von der Marktpsychologie und dem Verhalten der Endverbraucher abhängen." Eine nachhaltige Verbesserung der Preise sei nur zu erwarten, wenn die Unternehmen ihre Investitionen in die Infrastruktur wieder steigern.

Im Geschäftsjahr 2001/02 war der Infineon-Verlust vor Steuern und Zinsen von 1,02 auf 1,14 Milliarden Euro gestiegen. Der Umsatz sank um acht Prozent auf 5,2 Milliarden Euro.

Meldungen, nach denen Infineon den Umzug einzelner Unternehmensteile ins Ausland plane, wies Schumacher zurück. Die "Financial Times Deutschland" hatte zuvor über einen geplanten Umbau berichtet.

Er habe den Artikel zwar noch nicht gelesen, dem Blatt aber nichts gesagt, was nicht schon auf der Analystenkonferenz im Dezember vergangenen Jahres gesagt worden sei. Die einzelnen Geschäftsbereiche sollen unabhängiger voneinander geführt und Verwaltungsfunktionen nach Möglichkeit ausgelagert werden.