Infineon Russen greifen nach Dax-Konzern
Infineon hat seinen Sitz in München, das Unternehmen macht schon seit längerem Verluste. An der Börse werden deshalb immer wieder Fusionsgerüchte laut. Presseberichten zufolge strebt Aufsichtsratschef Max-Dietrich Kley offenbar einen Zusammenschluss mit einem Konkurrenten an.
Sollte dies nun ausgerechnet mit dem russischen Konzern Sistema geschehen, wäre dies eine Sensation. Es wäre das erste Mal, dass ein Investor aus Russland im großen Stil bei einem der 30 größten deutschen börsennotierten Konzerne einsteigt. Infineon ist im Deutschen Aktienindex (Dax ) gelistet, die Aktie schwächelt aber seit Monaten. Entsprechend niedrig wäre der Kaufpreis für die Russen.
Sistema wird vom Ex-Chef der Deutschen Telekom , Ron Sommer, beraten. Die Russen hatten vor einiger Zeit auch Interesse an dem Bonner Telefonriesen gezeigt. Das Projekt war aber unter anderem wegen des Widerstands der Bundesregierung gescheitert.
Im Fall von Infineon sieht Gontscharuk laut "Handelsblatt" ebenfalls politische Hürden. Der Konzern sei "ein Flaggschiff der deutschen Industrie", es gehe daher "nicht nur um das Geschäft". Gontscharuk wies Spekulationen zurück, mit dem Infineon-Aufsichtsrat bereits Kontakt aufgenommen zu haben. "Wir sind nicht aktiv, wir beobachten, wie sich die Situation bei Infineon entwickelt."
wal/dpa-AFX