Infineon: Siemens stößt großes Aktienpaket ab - DER SPIEGEL
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Infineon Siemens stößt großes Aktienpaket ab

Die Aktie des Chip-Herstellers Infineon ist an der Börse stark unter Druck geraten, nachdem das Mutterunternehmen Siemens bekannt gegeben hat, es werde seinen Anteil an Infineon weiter reduzieren. Auch die Nachricht, dass Infineon über den Anleihemarkt neue Schulden aufnimmt, gefällt der Börse nicht.
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München/Frankfurt am Main - Siemens   plant nach eigenen Angaben, über seine niederländische Tochter 40 Millionen Infineon-Papiere zu veräußern. Dafür rechne man mit einem Erlös von etwa einer Milliarde Euro, der voraussichtlich im zweiten Quartal als außerordentlicher Gewinn in der Bilanz ausgewiesen werde. Siemens hatte die Mehrheit an Infineon Anfang Dezember abgegeben und will sich mittelfristig ganz aus dem schwankungsanfälligen Halbleitergeschäft zurückziehen. Der Verkauf sei in diesem Zusammenhang zu sehen, erläuterte ein Siemens-Sprecher.

Voraussetzung sei aber, dass das gesamte Aktienpaket platziert werden könne, so der Sprecher. Bei einem Komplettverkauf werde sich der Anteil von Siemens an Infineon um weitere 5,7 Prozent verringern. Derzeit hält der Konzern 47,1 Prozent.

Eine Schlüsselrolle bei dem Deal nimmt das US-Investmenthaus Goldman Sachs ein, das den Aktienverkauf betreut. Um die Platzierung der im Auftrag von Siemens verkauften Infineon-Titel zu stabilisieren, will Goldman Sachs bis zu 8,5 Millionen weitere Infineon-Aktien aus eigenen Beständen verkaufen.

Frisches Geld

Gleichzeitig wurde gemeldet, dass Infineon sich mit der Ausgabe einer milliardenschweren Wandelanleihe frisches Kapital beschafft. Die Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren habe ein Emissionsvolumen von einer Milliarde Euro, teilte Infineon mit. Der Konzern will mit dem Erlös die "langfristige Strategie" der Gesellschaft finanzieren. Die eigene Finanzsituation beschreibt das Unternehmen als solide. Die Netto-Cash-Position werde zum Ende des ersten Quartals des laufenden Geschäftsjahres voraussichtlich über 250 Millionen Euro liegen, hieß es.

Infineon zeigt sich zuversichtlich, dass die Wandelanleihe vollständig gezeichnet wird. Es gebe noch keine konkreten Pläne für die Verwendung des eingenommenen Kapitals, sagte eine Sprecherin. Das Unternehmen habe das derzeit gute Marktumfeld zum Anlass für die Emission der Anleihe genommen. Die Sprecherin schloss nicht aus, dass noch eine weitere Anleihe begeben werde. Dies müsste aber die Hauptversammlung Ende Januar genehmigen.

Infineon-Aktie unter Druck

An der Börse geriet der Aktienkurs von Infineon   unter Druck. Nach einem zwischenzeitlichen Verlust von über sieben Prozent lag die Aktie gegen Mittag bei 24,93 Euro, das entspricht einem Minus von 4,6 Prozent. Händler nannten die geplante Aktienplatzierung durch Siemens als Hauptgrund für den starken Kursrückgang.