Infineon Trotz Abschwung Börsensieger
München - Wie die Siemens-Tochter am Mittwoch mitteilte, ist der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001 (1. Oktober bis 31. Dezember 2000) zwar um acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Im Vergleich zum Rekordumsatz in den drei Monaten zuvor sei es jedoch ein Rückgang um 30 Prozent. Insgesamt betrug der Umsatz zwischen Oktober und Dezember 2000 rund 1,66 Milliarden Euro.
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) einschließlich einmaliger Sondereinnahmen von 202 Millionen Euro aus dem Verkauf der Image & Video-Aktivitäten lag nach eigenen Angaben bei rund 446 Millionen Euro. Dies entspreche einer Steigerung von 83 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 1999/2000, jedoch einem Rückgang von 45 Prozent gegenüber dem Rekordergebnis des Vorquartals. Der Nettogewinn habe im ersten Quartal rund 280 Millionen Euro betragen.
Infineon erwarte auf Grund seiner Ausrichtung auf Wachstumsmärkte und seiner strategischen Kundenbasis in 2001 ein weiterhin starkes Wachstum.
Anleger positiv überrascht
Trotz des kurzfristigen Abschwungs wurden die Anleger von den Zahlen eher positiv überrascht. Während der Umsatz den Erwartungen des Analysten entsprach, seien die Ergebnisse besser als von ihm und den Anlegern erwartet ausgefallen, sagte Rüdiger Kühnle von der Baden-Württembergischen Bank in Stuttgart.
Die Aktien des Halbleiterherstellers arbeiteten sich denn auch im Laufe des Mittwochvormittags vom Schlusslicht zum vorläufigen Tagesgewinner unter den Standardwerten hoch. Bis 10.13 Uhr verteuerten sich die Papiere um gut drei Prozent auf 47,23 Euro. Gleichzeitig gab der Dax um 0,2 Prozent auf 6.725,92 Zähler ab.
Das weitere Kalkül der Anleger: Im dritten Quartal 2001 sollten die Preise für DRAM-Speicherchips wieder steigen, nachdem bereits eine Bodenbildung sichtbar sei. Viele Mitbewerber bauten zudem ihre Produktionskapazitäten für die Speicherbausteine nicht weiter aus, fügte der Experte hinzu. Bereits vor einer Woche habe er deshalb die Aktie von "Sell" auf "Buy" heraufgestuft.
Der Wachstumsrückgang im Mobilfunkgeschäft belaste die Aktie nicht, weil er von den Anlegern bereits erwartet worden sei. Infineon Technologies werde diese Entwicklung mit Zuwächsen im Netzwerkgeschäft und im Chipkartengeschäft ausgleichen, sagte Kühnle.