Infineon Ungewisse Aussichten
München - Trotz der Milliardengewinne gab die Aktie an der Frankfurter Börse kräftig nach. Sie verlor zeitweise mehr als sechs Prozent und notierte zuletzt bei einem Minus von über fünf Prozent.
Auf Grund der aktuellen Unsicherheit der weltweiten PC-Märkte erwartet Infineon-Chef Schumacher im laufenden Geschäftsquartal eine schwächere Nachfrage und auch niedrigere Preise bei Speicherprodukten. Mit einer Markterholung sei in diesem Segment spätestens in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2000/01 zu rechnen. Diese vorsichtigen Töne wurden an den Börse als Grund für die aktuellen Kursverluste genannt.
Insgesamt allerdings sei man für den Chipmarkt zuversichtlich gestimmt. Experten rechneten im kommenden Jahr mit einem weltweiten Marktwachstum von 27 Prozent. "Infineon erwartet auch im kommenden Jahr, wesentlich stärker als der Branchendurchschnitt zu wachsen." Die Marktbedingungen seien bis ins Jahr 2003 sehr positiv, sagte Schumacher.
Die Bilanzzahlen von Infineon übertrafen die Erwartungen von Analysten: Im Geschäftsjahr 1999/2000 stieg der Jahresüberschuss den Angaben zufolge von 61 Millionen Euro auf den Rekordwert von 1,13 Milliarden Euro. Der Umsatz legte ebenfalls um 72 Prozent auf 7,28 Milliarden Euro zu. Das Geschäft habe von der starken Nachfrage in allen Geschäftsbereichen profitiert, vor allem bei Kommunikations- und Speicherprodukten gab es hohe Wachstumsraten, sagte Schumacher.
Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2000 und das vierte Quartal "liegen deutlich über den Erwartungen", sagte André Remke, Analyst bei der Vereins- und Westbank. "Das Ergebnis des vierten Quartals ist hervorragend und die Margen haben sich deutlich verbessert", fügte er hinzu. Die Kursverluste seien "übertrieben".
Infineon ist aus der Siemens-Halbleitersparte hervorgegangen, die der Konzern nach Milliardenverlusten ausgegliedert hatte. Im März startete Infineon mit einem Ausgabepreis von 35 Euro an der Börse. Das Jahreshoch lag deutlich über 90 Euro, momentan liegt die Aktie bei rund 51,50 Euro.