Infineon: Werkschutz eskortiert geschasste Manager - DER SPIEGEL
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Infineon Werkschutz eskortiert geschasste Manager

Nach der Ablösung von Infineon-Chef Ulrich Schumacher wird erst deutlich, wie schlecht das Ansehen der ehemaligen Führungsmannschaft des Halbleiter-Herstellers war. Drei weitere Manager wurden kurzfristig gekündigt - zwei von ihnen wurden vom Werksschutz hinausbegleitet.
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München - Neben Matthias Poth, der unter anderem für Investor Relations und Kommunikation zuständig war, werde auch Pressesprecher Christoph Sieder seinen Posten räumen, sagte ein Unternehmenssprecher und bestätigte damit entsprechende Angaben des "Handelsblattes". In einer offiziellen Stellungnahme hieß es, der Schritt erfolge im gegenseitigen Einvernehmen und beruhe auf der künftig anderen Ausrichtung der Bereiche.

Nach Angaben der Zeitung muss auch Annika Farin gehen, bislang zuständig für den Bereich Organisation und Talentmanagement. Farin, die Poth unterstellt ist, werde für die viel kritisierte Personalpolitik von Infineon verantwortlich gemacht, hieß es in dem Bericht. Sieders und Poths Entlassung sei kurzfristig erfolgt, beide seien vom Werksschutz zum Ausgang geleitet worden, hieß es. Dieses Detail wollte der Unternehmenssprecher jedoch nicht kommentieren.

Alle drei Mitarbeiter gelten nach Angaben des Blattes als enge Vertraute Schumachers. Nachdem ihm vom Aufsichtsrat am vergangenen Donnerstag der Rücktritt nahe gelegt worden war, hatte Schumacher seinen Posten noch am selben Tag "aus persönlichen Gründen" aufgegeben. Bei der IG Metall und im Aufsichtsrat war dagegen der als selbstherrlich kritisierte Führungsstil Schumachers sowie Uneinigkeit in strategischen Fragen als Hauptgrund für die Trennung genannt worden.

Der bisherige Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley hatte daraufhin kommissarisch die Führung des Chipherstellers übernommen. Kley will nach eigenen Angaben "so kurz wie möglich, so lange wie notwendig - aber nicht länger als ein Jahr" sein Interimsamt ausüben.

Kandidaten für die Konzernspitze hat Kley bereits im Visier. Namen nannte er in einem vorab veröffentlichten Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" jedoch nicht. In Branchenkreisen wird über einen Nachfolger aus dem Hause Siemens spekuliert. Der Konzern hält noch 18 Prozent an dem Halbleiterhersteller.