Inflation Der Euro als Anheizer
Luxemburg - Die Teuerung in Euroland ist auch im März auf unerwartet hohem Niveau geblieben. Die jährliche Inflationsrate stieg sogar leicht auf 2,5 Prozent nach 2,4 Prozent im Februar, berichtete das Europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg. Die Behörde bestätigte damit eine eigene Vorabschätzung vom Monatsbeginn.
Die Inflationsrate war im Januar, dem Monat der Euro-Bargeldeinführung, mit 2,7 Prozent nach oben geschnellt. EU-Experten hatten zunächst damit gerechnet, dass sie bald wieder unter die Warnschwelle von zwei Prozent fällt. Mit einem deutlichen Sinken wird nun erst in der zweiten Jahreshälfte gerechnet. Auch angesichts der vergleichsweise hohen Inflationsrate werden derzeit keine Leitzinsänderungen der Europäischen Zentralbank erwartet.
Die höchsten Preissteigerungen wurden im März in Irland mit 5,1 Prozent, Griechenland mit 4,4 Prozent und in den Niederlanden mit 4,3 Prozent verzeichnet. Die niedrigsten Raten wiesen den Angaben zufolge Großbritannien mit 1,5 Prozent sowie Österreich und Luxemburg mit jeweils 1,7 Prozent auf. Für Deutschland errechnete Eurostat eine Teuerungsrate von 1,9 Prozent.
Im März machten sich vor allem hohe Preise bei Nahrungsmitteln oder Tabakwaren bemerkbar. Bei Energie gab es im Jahresvergleich einen Rückgang von 1,5 Prozent. Das liege daran, dass die Ölpreise vor einem Jahr, also im März 2001, hoch gewesen seien, erläuterte ein Sprecher der EU-Kommission.
Nach Berechnungen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" führte die Einführung des Euro in Bereichen zu Preiserhöhungen, die nicht zum Warenkorb der Statistischen Ämter zählen. Dazu gehören vor allem Dienstleistungen und Ausgaben für Café- und Restaurantbesuche. Laut "FAZ" war die Reparatur von Schuhen im März um fast sechs Prozent teurer als ein Jahr zuvor, die Preise für Friseurleistungen sollen um 4,5 Prozent und für Restaurant- und Cafébesuche um vier Prozent über dem Stand vom März 2001 gelegen haben.