Inflation: EZB sieht Gefahr für Preisstabilität - DER SPIEGEL
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Inflation EZB sieht Gefahr für Preisstabilität

Die Preise für Energie und die Erhöhung der Mehrwertsteuer werden die Inflation 2006 und 2007 kräftig anheizen. Nach Schätzung des EZB-Direktors Jürgen Stark wird sie bei mehr als zwei Prozent liegen - das Stabilitätsziel der EU wird damit klar verfehlt.
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Düsseldorf - Er sei mit der Entwicklung "nicht zufrieden", sagte der im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) für Volkswirtschaft zuständige Stark in einem Interview mit dem "Handelsblatt". Gründe für diese Entwicklung seien der hohe Ölpreis und die Anhebung der Mehrwertsteuer im kommenden Jahr.

Die Glaubwürdigkeit der EZB habe unter der Entwicklung bislang nicht gelitten, sagte Stark weiter. Jedoch sehe er das Risiko, dass sich die Inflationserwartungen "auf höherem Niveau" verfestigen könnten, wenn sich an den Märkten fälschlicherweise der Eindruck durchsetzen sollte, dass die EZB auf Dauer eine Teuerung von über zwei Prozent toleriert.

Stark rechnet mit einer steigenden Bedeutung der Inflationsrate in der öffentlichen Meinung. "Bei einer Teuerung von durchschnittlich 1,8 Prozent bleiben von 1000 gesparten Euro in 30 Jahren real noch 568 Euro übrig", sagte er. Bei einer Inflationsrate von 2,5 Prozent seien es nur 477 Euro. Daher werde die Teuerungsrate umso wichtiger, je mehr die jungen Menschen für ihr Alter vorsorgen müssten.

Dass eine Erhöhung des Leitzinses die wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum beeinträchtigt, erwartet Stark nicht. Der Aufschwung habe an Breite gewonnen und sei "ziemlich robust".

mik/dpa-AFX