Inflation: Höhepunkt überschritten? - DER SPIEGEL
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Inflation Höhepunkt überschritten?

Dank der sinkenden Spritpreise hat sich der Anstieg die Teuerungsrate wieder verlangsamt. Analysten sehen den Höchststand überschritten.
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Wiesbaden - Der Preisindex für die Lebenshaltungskosten kletterte nach vorläufigen Ergebnissen aus sechs Bundesländern um 3,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Im Mai war binnen Jahresfrist noch ein Anstieg um 3,5 Prozent gemeldet worden.

Im Vergleich zum Vormonat ergab sich im Juni ein Anstieg um 0,2 Prozent. Die Abschwächung der Jahresteuerungsrate sei im Wesentlichen auf den geringeren Anstieg der Kraftstoffpreise zurückzuführen, teilten die Statistiker mit. Diese waren im Juni zwischen 3,0 und 4,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Im Mai hatten sie noch zwischen 13,1 und 17,1 Prozent zugelegt.

Nach Einschätzung von Ralph Solveen von der Commerzbank dürfte der Höhepunkt der Inflation überschritten sein. In den kommenden Monaten sollte es deutlich runtergehen, bis Ende des Jahres sollte die Rate bei gut zwei Prozent liegen, meinte der Experte. Auch beim Heizöl rechnet er mit einer Entspannung: Der tendenziell gefallene Ölpreis sollte im Laufe des Jahres auch beim Heizöl ankommen.

Angesichts der generellen Entspannung an der Preisfront schloss Solveen eine Zinssenkung im Euro-Raum noch im Juli nicht aus. Michael Holstein von der DG Bank zeigte sich ebenfalls optimistisch, dass der Höhepunkt der Inflation überschritten sein dürfte. Eine Zinssenkung im Juli um 25 Basispunkte hält er für möglich.

Im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen wurde ein Rückgang der Preisanhebungen von 3,4 Prozent im Mai auf 2,9 Prozent im Juni verzeichnet. In Bayern erhöhten sich die Preise im Juni um 3,0 Prozent, nachdem im Monat davor die Steigerung noch bei 3,4 Prozent gelegen hatte. In Baden-Württemberg sank die Rate von 3,4 auf 3,1 Prozent, in Hessen von 3,0 auf 2,7 Prozent. Sachsen registrierte im Juni eine Jahresteuerungsrate von 3,2 Prozent. Im Mai hatte sie noch 3,6 Prozent betragen.

Höhere Preise für Autofahren, Heizen und Ernährung hatten die Inflationsrate in Deutschland im Mai mit 3,5 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren steigen lassen. Im Juni sanken in den Bundesländern von allem die Spritpreise, Heizöl wurde dagegen teurer. Auch für Nahrungsmittel mussten die Bundesbürger mehr zahlen.