Inflation Im Südwesten steigen die Preise am stärksten
Berlin - Von Juni auf Juli stiegen die Verbraucherpreise im Schnitt in sechs Bundesländern um 0,2 bis 0,4 Prozent. Das ergibt sich aus Angaben der Statistikämter der Länder. Ein stärkerer Anstieg in der Hauptreisesaison ist üblich.
In Gesamtdeutschland stiegen die Preise von Juni bis Juli um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt auf Basis der Länderdaten mitteilte. Die Bundesdaten sind vorläufig.
Die Inflationsrate reichte von 1,6 Prozent in Hessen bis 2,2 Prozent in Baden-Württemberg. Bundesweit erhöhte sich die Rate auf 1,8 Prozent von 1,7 Prozent im Juni.
Etwas Geld sparen konnten Verbraucher vielerorts beim Kauf von Lebensmitteln. Besonders Obst und Gemüse waren oft billiger als im Juni. Preistreiber waren Reisen und Ölprodukte. So schnellten die Preise für Pauschalreisen von Mitte Juni bis Mitte Juli meist um gut acht Prozent in die Höhe.
Kraftstoffe: Im August "könnte noch was kommen"
Übernachtungen im Hotel kosteten vielerorts fast zehn Prozent mehr, die Mieten für Ferienwohnungen stiegen oft um ein Viertel. Die Preise für Gesundheitspflege kletterten meist um mehr als ein Prozent, weil ein neuer Teil der Gesundheitsreform die Krankengymnastik verteuerte.
Auch die Preissteigerungen beim Rohöl bekamen die Verbraucher zu spüren: In Bayern beispielsweise kostete Heizöl acht Prozent mehr als im Juni und Benzin gut fünf Prozent. "Die Preiserhöhung bei Kraftstoffen war im Juli eher unerwartet gering", sagte aber Stephan Rieke von der ING BHF-Bank. "Da könnte im August noch etwas kommen."
Damit machen in Deutschland weiter vor allem Sonderfaktoren wie staatlich verordnete Preiserhöhungen und Schwankungen am Rohölmarkt einen Großteil der Inflation aus. Die schwache Binnennachfrage macht es dagegen vielen Firmen fast unmöglich, Preiserhöhungen durchzusetzen. "Vielleicht werden die Preise im kommenden Jahr etwas steigen, aber von wirklicher Inflation in Deutschland ist bisher nicht viel zu sehen", sagte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen.