Inflation Praxisgebühr treibt die Preise hoch
Berlin - Die Verbraucherpreise seien im Schnitt um 0,1 Prozent höher gewesen als im Dezember, teilte das Statistische Bundesamt nach endgültigen Berechnungen am Dienstag mit. Im Vergleich zum Januar 2003 seien die Preise um 1,2 Prozent gestiegen. "Wesentlichen Anteil an der Teuerung hatten die Auswirkungen der Gesundheitsreform", erklärten die Statistiker.
Ohne Berücksichtigung des Bereichs Gesundheitspflege wären die Verbraucherpreise zum Januar 2003 nur um 0,6 Prozent gestiegen. Insgesamt bleibe die Inflation damit zwar moderat, doch den Bürgern werde durch die höheren Gesundheitskosten Kaufkraft entzogen, sagte Julian von Landesberger von der HypoVereinsbank.
Im Januar mussten die Deutschen für ihre Gesundheitspflege den Statistikern zufolge fast 18 Prozent mehr als vor einem Jahr und knapp 17 Prozent mehr als im Dezember ausgeben. Von Landesberger betonte, dass die Gesundheitsreform wie eine Steuer wirke, da die Verbraucher nicht wie bei Preiserhöhungen in anderen Bereichen einfach auf billigere Waren ausweichen könnten. "Die Leute merken schon, dass man ihnen Geld wegnimmt."
Die Verbraucher mussten im Januar auch für Nahrungsmittel tiefer in die Taschen greifen: Im Vergleich zum Januar 2003 kosteten Lebensmittel 1,5 Prozent mehr. Besonders bei Obst und Gemüse gab es auch zum Dezember wie zu dieser Jahreszeit üblich kräftige Preissteigerungen. Preisdämpfend wirkten im Januar billigeres Benzin und Heizöl sowie günstigere Ferienangebote. Ohne Heizöl und Kraftstoffe hätte das Preisniveau den Angaben zufolge 1,4 Prozent über dem vom Januar 2003 gelegen und wäre zum Dezember unverändert geblieben. Pauschalreisen waren gut vier Prozent billiger als vor einem Jahr und 26 Prozent günstiger als einen Monat zuvor.