Inflation Simbabwe druckt 200.000-Dollar-Schein
Harare - Die Zentralbank des afrikanischen Krisenstaats Simbabwe hat heute eine neue 200.000-Dollar-Note vorgestellt. Sie soll nach Rundfunkberichten morgen in Umlauf gebracht werden.
Gemäß dem offiziellen Umtauschkurs hat der Schein einen Wert von 800 Dollar. Nach dem Schwarzmarktkurs ist er aber nur 1,40 Dollar wert.
Simbabwes Inflationsrate liegt nach den letzten veröffentlichten Statistiken bei mehr als 4500 Prozent - die Preise sind also fast 50 Mal so hoch wie vor einem Jahr. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Preissteigerung in Wirklichkeit eher bei etwa 10.000 Prozent liegt. Obwohl die Zentralbank 2006 bereits drei Nullen der Landeswährung gestrichen hat, müssen die Simbabwer nach wie vor mit großen Geldbündeln zahlen - vorausgesetzt, sie finden überhaupt etwas zu kaufen.
Nach Angaben ausländischer Beobachter hat Präsident Mugabe das Land heruntergewirtschaftet. Trotz reicher Rohstoffvorkommen gilt Simbabwe als einer der ärmsten Staaten der Welt. Nach acht Jahren Rezession liegt die Arbeitslosigkeit mittlerweile bei 80 Prozent.
Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF)könnte die Inflation in Simbabwe noch in diesem Jahr auf weit über 100.000 Prozent steigen. "Die wirtschaftlichen Aussichten sind sehr düster", sagte Abdoulaye Bio Tchane, Direktor im Afrika-Ressort des IWF. Die von der Regierung Mugabe verhängten Preiskontrollen würden die Knappheit vieler Waren weiter verschärfen und so die Inflation nur noch weiter anheizen. Außerdem werde die Wirtschaft in diesem Jahr weiter schrumpfen.
wal/dpa/Reuters