Inflation: Teures Benzin lässt Verbraucherpreise steigen - DER SPIEGEL
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Teure Energie Inflation klettert auf zwei Prozent

Die Preise in Deutschland sind im August stärker gestiegen als in den Monaten zuvor, die Inflationsrate erreichte zwei Prozent. Hauptgrund ist die Teuerung bei Benzin und Heizöl - manche Volkswirte sehen aber auch in der Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank ein Risiko.
Raffinerie bei Köln: Hohe Preise für Öl und Benzin treiben die Inflation
Raffinerie bei Köln: Hohe Preise für Öl und Benzin treiben die Inflation

Raffinerie bei Köln: Hohe Preise für Öl und Benzin treiben die Inflation

Foto: Oliver Berg/ dpa
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Wiesbaden - Zum ersten Mal seit dem Frühjahr sind die Preise in Deutschland wieder stärker gestiegen. Waren und Dienstleistungen kosteten im August durchschnittlich 2,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat - das teilte das Statistische Bundesamt mit. Es war der erste Anstieg seit Februar, im Juni und Juli lag die Inflationsrate noch bei 1,7 Prozent.

"Die Gründe liegen vor allem in den kräftig gestiegenen Preisen für Kraftstoffe und Heizöl", schreiben die Statistiker. Viele Wirtschaftswissenschaftler gehen davon aus, dass die Inflationsrisiken zunehmen. "Für die kommenden Monate droht an der Preisfront weiteres Ungemach", sagte Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel. Die Europäische Zentralbank spricht von stabilen Preisen bei Werten von knapp unter zwei Prozent. Zuletzt lag die Teuerung im April mit 2,1 Prozent über dieser Marke.

Der Ölpreis treibt die Inflation

"Derzeit bewegt vor allem das Auf und Ab des Ölpreises die Inflationsrate", sagte Commerzbank-Expertin Ulrike Rondorf. Bereinigt um die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel liege die Inflation nur bei rund 1,1 Prozent. Dies sei der niedrigste Wert seit März 2011 und ein Beleg für die schwächelnde Konjunktur, sagte die Analystin. Wegen steigender Löhne und Gehälter würden die Verbraucherpreise aber mittelfristig auf breiter Front um mehr als zwei Prozent im Jahr steigen. "Zudem dürfte die EZB aus Rücksicht auf die Probleme der Peripherieländer die Zinsen - vor allem aus Sicht Deutschlands - zu spät anheben."

Das Problem der EZB: Sie ist für die Geldstabilität im gesamten Euro-Raum zuständig - und stützt mit niedrigen Leitzinsen vor allem die schwächelnde Wirtschaft der südeuropäischen Krisenländer. Sollte die EZB auf ihrer nächsten Ratssitzung im September die Zinsen weiter senken, könnte sie damit die Inflation wieder befeuern. Trotz der gestiegenen Inflationsrate im August rechnen viele Volkswirte allerdings damit, dass die EZB noch dieses Jahr die Leitzinsen von derzeit 0,75 auf das historische Rekordtief von 0,5 Prozent senken wird - womöglich im Oktober. Die Volkswirte erwarten zudem, dass EZB-Präsident Mario Draghi nach dem Zinsbeschluss am 6. September weitere Details zu den Plänen für Bondkäufe in der Euro-Krise enthüllen wird.

Beim Tanken und Heizen bekommen die Verbraucher den höheren Ölpreis besonders stark zu spüren: Kraftstoffe kosteten beispielsweise in Bayern zehn Prozent mehr als vor einem Jahr, Heizöl verteuerte sich um fast 14 Prozent. Binnen Wochenfrist gab es allerdings ein bisschen Entlastung an der Zapfsäule. Ein Liter E10 kostet nach Angaben des ADAC derzeit durchschnittlich 1,68 Euro an Markentankstellen und freien Stationen. Dies sei ein Rückgang um 1,1 Cent zur Vorwoche. Diesel habe sich um 0,9 Cent auf 1,53 Euro pro Liter verbilligt.

nck/Reuters/dpa