Insider-Handel: Börsenaufsicht will Ex-EADS-Manager bestrafen - DER SPIEGEL
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Insider-Handel Börsenaufsicht will Ex-EADS-Manager bestrafen

Tiefe Kratzer im EADS-Image: Sieben Top-Manager der Airbus-Mutter haben nach Erkenntnissen der französischen Börsenaufsicht ihr Wissen um Firmen-Interna missbraucht und eigene Aktien verkauft - darunter der ehemalige Airbus-Co-Chef Noël Forgeard.
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Paris - Bereits kurz nach dem Verkauf der Aktien im März 2006 hatten Spekulationen über den möglichen Missbrauch von Insider-Wissen die Runde gemacht. Forgeard hatte sie vehement zurückgewiesen. Nun scheint es, als hätten die Ermittler Beweise gefunden. Sieben EADS-Manager hätten im März vor drei Jahren einen Teil ihrer Unternehmensaktien im Wissen verkauft, dass es Lieferprobleme beim "Super-Airbus" A380 geben würde, heißt es im Untersuchungsbericht der Börsenaufsicht, die parallel zur Justiz ermittelt hatte.

Ex-EADS-Chef Forgeard: Börsenaufsicht strebt Millionenstrafe an

Ex-EADS-Chef Forgeard: Börsenaufsicht strebt Millionenstrafe an

Foto: FRANCOIS GUILLOT/ AFP

Forgeard habe im März 2006 ein millionenschweres Aktienpaket verkauft, nachdem die Lieferprobleme wenige Wochen zuvor intern bekannt geworden waren. Die Öffentlichkeit wurde erst im Juni über die Probleme informiert, der Kurs der Aktie fiel daraufhin binnen eines Tages um gut 26 Prozent. Die Börsenaufsicht fordert eine Geldstrafe in Höhe von 5,45 Millionen Euro für den ehemaligen Top-Manager. Außerdem läuft ein Ermittlungsverfahren gegen ihn.

Neben Forgeard habe auch der deutsche Top-Manager Sperl, der heute die Elbe Flugzeugwerke in Dresden leitet und seinerzeit Finanzvorstand bei der EADS-Tochter Airbus war, mit seinem Hintergrundwissen unrechtmäßig Firmenaktien verkauft, heißt es in dem AMF-Bericht. Die Börsenaufsicht strebt eine Strafe von 710.000 Euro gegen Sperl an. Gegen den Deutschen ermittelt ebenfalls die Justiz.

Ein Ermittlungsverfahren läuft auch gegen den früheren EADS-Strategiechef Jean-Paul Gut, den die Aufsichtsbehörde wegen des Insider-Handels laut Bericht mit einer Strafe von 1,1 Millionen Euro belegen will. Im vergangenen Sommer hatte die Geldwäsche-Abteilung im französischen Finanzministerium die Pariser Staatsanwaltschaft auf Guts Konten im britischen Steuerparadies Jersey aufmerksam gemacht.

Die ehemalige Nummer Zwei des Konzerns hatte EADS   im Sommer 2007 mit einer Abfindung verlassen. Forgeard, Gut und Sperl waren in Paris teils bis zu 48 Stunden lang verhört worden. Für ihre Freilassung mussten sie hohe Kautionen hinterlegen.

Die Börsenaufsicht will auch gegen weitere Airbus-Manager vorgehen, unter ihnen Marketing-Chef John Leahy. Der US-Bürger muss wegen millionenschweren Insider-Geschäften mit einer Strafe von 3,6 Millionen Euro rechnen.

Der Verdacht gegen Airbus-Chef Thomas Enders sowie dessen Vorgänger Gustav Humbert erhärtete sich dagegen nicht, wie aus dem Bericht hervorgeht. Den Deutschen hatte die Pariser Finanzpolizei im Mai verhört. Er hatte den Vorwurf des Insider-Handels stets zurückgewiesen. Entlastet wurden auch die Großaktionäre Lagardère und Daimler.

mik/AFP