Insider-Handel: Vorstandsschreck Wenger unter Verdacht - DER SPIEGEL
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Insider-Handel Vorstandsschreck Wenger unter Verdacht

Ekkehard Wenger ist die Symbolfigur der kritischen Aktionäre. Wegen des Verdachts auf Insider-Geschäfte haben nun Ermittler die Büroräume des Würzburger Wirtschaftsprofessors durchsucht.
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Würzburg - Bei der Durchsuchung seien verschiedene Unterlagen beschlagnahmt worden, sagte Dieter Bauer von der Würzburger Staatsanwaltschaft. Die Prüfung der Papiere soll voraussichtlich einige Wochen dauern.

Der Wirtschaftsprofessor legte unterdessen Beschwerde gegen den Durchsuchungsbeschluss ein. Er bezeichnete in der Würzburger Tageszeitung "Main-Post" die Durchsuchung als "völlig abenteuerlichen Schwachsinn". Er räumte ein, 1999 Aktien der Mittelschwäbischen Überlandzentrale AG (MÜAG) gekauft zu haben. Auf Grund eines vorliegenden Abfindungsangebotes sei es abzusehen gewesen, dass mit den Aktien Geld zu verdienen sei. Er habe auch seinen Studenten zum Kauf der Aktien geraten. Grundlage seiner Einschätzung seien allerdings nur "öffentlich zugängliche Informationen" gewesen.

In der Begründung seiner Beschwerde gegen die Durchsuchung wirft Wenger den Behörden "katastrophale Ermittlungsfehler" und mangelnde Sorgfaltspflicht vor. Falsch sei vor allem, dass er bis zum Tag der Hauptversammlung am 16. Juli 1999 keine Aktien der MÜAG besessen habe, wie in der Begründung des Durchsuchungsbeschlusses behauptet werde. Richtig sei, dass er auf Grund objektiver, für jeden Aktionär erkennbarer Umstände bereits vor der Hauptversammlung erkannt habe, dass der Börsenkurs weit unter dem inneren Wert der Aktie lag, erklärte Wenger.

Wenger ist seit über zehn Jahren als kritischer Aktionär bekannt, der sich gerne mit den Vorständen großer Unternehmen anlegt. Auf einer Hauptversammlung der damaligen Daimler-Benz AG musste er an Händen und Füßen aus dem Versammlungsraum getragen werden. Wenger kämpft nach eigenen Angaben gegen die "fortschreitende Aushebelung aktienrechtlicher Kontrollinstrumente durch eine etablierte Gruppe von Konzernfunktionären".