Insideraffäre Justiz lädt amtierenden EADS-Manager vor
Dresden - In der Insideraffäre beim europäischen Luftfahrtkonzern EADS ist einem Zeitungsbericht zufolge der erste amtierende Top-Manager vorgeladen worden. Wie die "Sächsische Zeitung" berichtet, sollte der Chef der Dresdner EADS-Tochter Elbe-Flugzeugwerke (EFW), Andreas Sperl, am Mittwoch von den Ermittlern in Paris verhört werden.
Sperl, früher Airbus-Finanzchef, wies die Vorwürfe gegenüber der "Sächsischen Zeitung" zurück: "Ich bin davon überzeugt, in Übereinstimmung mit geltenden Gesetzen und internen Vorschriften einwandfrei gehandelt zu haben."
Die französische Börsenaufsicht und die Polizei werfen Sperl laut "Sächsischer Zeitung" vor, in den Jahren 2005 und 2006 Aktien mit Insiderwissen verkauft zu haben. Der Manager soll demnach in großem Stil Anteilsscheine verkauft und damit hohe Summen verdient haben, bevor Lieferverzögerungen beim Großraumjet A380 bekannt wurden und der Börsenkurs um rund ein Viertel abstürzte.
Sperl ist der erste amtierende EADS-Manager, der von der Justiz in dieser Weise behandelt wird. Vor wenigen Tagen nahm die Polizei bereits den früheren deutschen Airbus-Chef Gustav Humbert und Mitte Juni den ehemaligen Strategie- und Marketingchef Jean-Paul Gut zu einer ähnlichen Vernehmung in Gewahrsam. Drei Wochen zuvor war auch der frühere EADS-Co-Chef Noël Forgeard für zwei Tage zu Verhören in Polizeigewahrsam genommen worden.
wal/AFP/dpa-AFX