Insolvenz: Berlin lässt Herlitz fallen - DER SPIEGEL
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Insolvenz Berlin lässt Herlitz fallen

Der Papier- und Bürowarenhersteller Herlitz musste Insolvenz . Die Länder Berlin und Brandenburg wollten sich für das Traditionshaus nicht mehr verbürgen.
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Berlin - Am Dienstag nach Börsenschluss musste der Vorstand das Scheitern der Rettungsgespräche und den Gang zum Insolvenzrichter bekannt geben. Bei dem Berliner Traditionsunternehmen   stehen etwa 3000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Ursache für den Insolvenzantrag ist der Streit der Länder Berlin und Brandenburg mit den Banken über eine Bürgschaft für das angeschlagene Unternehmen. Die Banken, die zugleich Herlitz-Mehrheitseigner sind, hatten von den Ländern die Übernahme einer Bürgschaft von 20 Millionen Euro gefordert. Dies galt als Voraussetzung für einen Überbrückungskredit in Höhe von 30 Millionen Euro. Berlin und Brandenburg wollten jedoch nach Bankenangaben nur neun Millionen Euro sichern.

Nachdem sich keine der beiden Seiten mehr bewegen wollte und keine Bürgschaft zustande kam, verlängerten die Banken ihre Kreditlinien nicht weiter. Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) hatte sich bereits vor Bekanntgabe des Insolvenzantrags enttäuscht über das Verhalten der Banken gezeigt, denen Brandenburg nach seinen Worten "sehr weit entgegengekommen" sei. Ein Sprecher der Staatskanzlei sagte, im Auftrag Stolpes sei ein Angebot unterbreitet worden, das die Weiterführung von Herlitz ermöglicht hätte.

Herlitz ist seit der Wiedervereinigung in der Krise. Seit 1994 hat der Kurs der Herlitz-Aktie rund 90 Prozent verloren und notiert aktuell bei 1,45 Euro. Im Jahr 2000 fuhr das Unternehmen bei einem Umsatz von knapp 500 Millionen Euro einen Verlust von rund 50 Millionen Euro ein.