Insolvenz: Fans bangen um Ost-Nutella - DER SPIEGEL
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Insolvenz Fans bangen um Ost-Nutella

Mit Nudossi, dem "Nutella des Ostens", droht eine weitere DDR-Kultmarke vom Markt zu verschwinden. Denn Nudossi-Hersteller Hartmann hat Insolvenz angemeldet. Immerhin glauben bereits einige Interessenten an die Zukunft der Haselnusscreme.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Halle/Radebeul - "Es haben sich schon mehrere Unternehmen beim Insolvenzverwalter gemeldet, was dabei herauskommt, müssen wir aber erstmal abwarten", sagte der Geschäftsführer des Süßwarenherstellers, Thomas Hartmann.

Der Insolvenzverwalter des Nudossi-Herstellers will den Informationen zufolge in den kommenden Wochen die Angebote sammeln und danach über das weitere Vorgehen entscheiden. Somit ist die Zukunft für den Brotaufstrich-Hersteller und seine rund 80 Mitarbeiter zunächst weiter unklar. Das einstige "DDR-Nutella" gibt es seit 1999 wieder. Die beiden Unternehmer Karl-Heinz und Thomas Hartmann hatten den früheren Hersteller übernommen und die Markenrechte zurückgekauft. Im Schnitt wurden jährlich etwa 1300 Tonnen "Nudossi" abgefüllt.

Einer der Anwärter für eine Beteiligung oder Übernahme ist nach eigenen Angaben die Schokoladenfabrik Halloren aus Halle. "Wir haben unser Interesse schriftlich bekundet", sagte Halloren-Geschäftsführer Klaus Lellé. Bereits einige Wochen vor Beginn des Insolvenzverfahrens habe es Gespräche gegeben, zunächst aber ohne Ergebnis. Halloren als nach eigenen Angaben älteste deutsche Schokoladenfabrik hatte schon zu Beginn des Jahres angekündigt, mit Zukäufen expandieren zu wollen.

Sein Interesse an Nudossi begründete der Halloren-Chef mit der Tradition der ostdeutschen Marke. "Solange es hier einen Markt zu hegen und zu pflegen gibt, sollte auch Nudossi dabei sein", sagte Lellé. Dank gleicher Einkäufer könnten zudem Synergieeffekte genutzt werden. Halloren hatte seinen Umsatz im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf 27 Millionen Euro steigern können.