Insolvenzantrag Brokat ist endgültig pleite
Stuttgart - Der angeschlagene Softwarehersteller Brokat hat am Freitag beim Amtsgericht Stuttgart Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die Verhandlungen mit den Eigentümern einer im Mai 2000 gegebenen Unternehmensanleihe seien gescheitert, teilte Brokat am Freitag mit. Derzeit bestehe keine realistische Chance mehr, die Überschuldung zu beseitigen. Die Brokat-Aktie wurde vom Handel ausgesetzt.
Das operative Geschäft soll nach Unternehmensangaben in der Brokat eFinance Technologies GmbH & Co. KG weitergeführt werden. Deren Ausgliederung wurde bereits am 12. November auf der außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen. Am gleichen Tag hatte das einstige Vorzeigeunternehmen des Neuen Marktes seine Überschuldung offen gelegt.
Ziel der Tochtergesellschaft sei es, die etwa 150 Arbeitsplätze zu sichern. Auch sollten die bestehenden Kundenbeziehungen aufrecht erhalten werden. Brokat suche nach wie vor nach einem Investor, um dem verbliebenen Geschäftsbereich eFinance neues Kapital zuzuführen, so das Unternehmen.
Zum Insolvenzverwalter wurde Volker Grub vom Insolvenzberatungsbüro Wellensiek Grub & Partner aus Stuttgart bestimmt. Er hat zu entscheiden, was mit der Insolvenzmasse geschieht. Dazu zählen neben dem Liquiditätsbestand die noch ausstehenden Zahlungen für Unternehmensteilverkäufe sowie das Kerngeschäft.
"Ich bin gerade auf dem Weg nach Stuttgart, um einen ersten Einblick in das Unternehmen zu gewinnen", sagte Grub. Er sei bislang noch nicht mit Brokat vertraut und dementsprechend nicht in die Materie eingearbeitet. Eine Pressekonferenz, die einen Überblick über die Lage von Brokat geben soll, werde es Anfang der kommenden Woche geben.