Insolvenzverfahren: Agfa Photo soll erhalten bleiben - DER SPIEGEL
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Insolvenzverfahren Agfa Photo soll erhalten bleiben

Nach dem Antrag zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens ruht im Stammwerk des Fotoherstellers Agfa Photo die Arbeit. Trotzdem hofft der Insolvenzverwalter das Unternehmen weitgehend erhalten zu können. Dass der Verbleib von mehr als 300 Millionen Euro ungeklärt ist, macht die Sache nicht einfacher.
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Leverkusen - Hintergrund für den Produktionsstopp sind ausgebliebene Materiallieferungen von Lieferanten. Diese fürchten, auf ihren Rechnungen an das insolvente Unternehmen sitzen zu bleiben, wie der Agfa-Betriebsrat heute mitteilte.

Betroffen sind in erster Linie die Mitarbeiter des Stammwerks in Leverkusen, in dem die Filmentwicklung untergebracht ist. Dort wie in anderen Werken erschien nach Angaben des Betriebsrates die Belegschaft heute fast vollständig zur Arbeit.

Die Auszahlung der Mai-Gehälter ist inzwischen gesichert. Der am vergangenen Freitag vom Amtsgericht Köln als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt Andreas Ringstmeier will nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" das Unternehmen möglichst erhalten. Bereits in den nächsten Tagen wolle er erste Gespräche mit der Dresdner Bank als Hausbank des Unternehmens führen.

Verbleib von 372 Millionen Euro unklar

Problematisch könnte die unterschiedliche Zukunftsfähigkeit der Unternehmensteile sein. So gilt die Zukunft der Filmentwicklung in Leverkusener Stammwerk als besonders unsicher. Die Digital-Entwickler in Bayern gelten dagegen wettbewerbsfähig.

Von der Insolvenz sind 1800 Mitarbeiter in Deutschland betroffen, davon 870 am Standort Leverkusen. Die anderen Arbeitsplätze sind in München, Vaihingen, Windhagen und Peiting angesiedelt. Die Arbeitnehmervertretung will im Laufe des Tages zur Lage des Unternehmens Stellung nehmen.

Unklar ist nach Informationen der "Welt" nach wie vor, wohin die 300 Millionen Euro Eigenkapital und 72 Millionen Euro Barmittel geflossen sind, die das Unternehmen noch kurz nach der Trennung vom Mutterkonzern Agfa Gevaert im September besessen hat. Zwar habe der Insolvenzverwalter nicht ausschließen wollen, dass das Geld im Geschäftsbetrieb verbraucht worden sei. Mit 84 Millionen Euro habe der Betriebsverlust im gesamten Jahr 2003 aber nur einen Bruchteil der Summe betragen, die im letzten halben Jahr verschwunden ist. Der Insolvenzverwalter will der Frage nach dem Zugang weiterer Unterlagen prüfen, wohin das Geld geflossen ist.