Intel Gewinnverdoppelung entzückt die Analysten
San Francisco - Für das vierte Quartal sagte der Konzern am Dienstag höhere Umsätze im Einklang mit Erwartungen der Analysten und einen kräftigen Bruttogewinn voraus. Der Kurs der Intel-Aktien zog nachbörslich an. Zeichen für eine nachhaltige Erholung der Technologie-Nachfrage von Unternehmen sieht Intel-Finanzchef Andy Bryant allerdings noch nicht.
In einem Interview führte Bryant den Anstieg des Gewinns über das ganze Jahr verteilt auf Einsparungen, und Kostendämpfungen zurück sowie auf Investitionen in neue Produkte, die zu einem Zeitpunkt gegriffen hätten, als die Nachfrage ein wenig angezogen habe. Große Bruttogewinne könne das Unternehmen vor allem wegen starker Nachfrage nach Laptops und Servern verzeichnen. "Einen überwältigenden Anstieg in der Unternehmensnachfrage nach Informationstechnologie haben wir nicht gesehen", sagte Bryant bei einer Analystenkonferenz.
Die Intel-Umsätze werden von Analysten als ein wichtiger Indikator für die Nachfrage-Entwicklung in der PC-Branche gesehen. Seit mehr als zwei Jahren steckt die Technologiebranche in einer Krise, weil die Investitionen hauptsächlich wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung stark zurückgegangen sind. Hersteller wie Investoren warten nun auf Signale für ein Ende der Flaute.
Besonders starke Nachfrage nach Intel-Produkten habe es im dritten Quartal vor allem in Schwellenländern wie China, Russland und Indien gegeben, sagte Bryant. Die Umsätze in den USA seien geringer gestiegen.
Charlie Glavin Analyst bei ThinkEquity Partners bezeichnete die Ergebnisse und den Ausblick Intels als äußerst positiv. "Sie steuern direkt auf ein wirklich starkes viertes Quartal", sagte Glavin. Dan Scovel von Needham &Co sagte dagegen, die Zielsetzung beim Umsatz sei etwas unter den Erwartungen.
Intel bezifferte den Netto-Gewinn im dritten Quartal auf 1,7 Milliarden Dollar oder 25 Cent je Aktie von 686 Millionen Dollar oder zehn Cent pro Anteilschein vor einem Jahr. Der Umsatz habe auf 7,8 Milliarden Dollar von 6,5 Milliarden Dollar im Vorjahr zugelegt, teilte das im kalifornischen Santa Clara ansässige Unternehmen nach US-Börsenschluss mit. Intel selbst hatte Erlöse von 7,6 Milliarden Dollar prognostiziert, während Analysten im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 23 Cent bei 7,7 Milliarden Dollar Umsatz vorausgesagt hatten. Der Kurs der Intel-Aktien stieg nachbörslich um 76 Cent auf 31,84 Dollar.
Für das vierte Quartal prognostizierte Intel ein weiteres Umsatzwachstum auf 8,1 Milliarden bis 8,7 Milliarden Dollar und eine Brutto-Gewinnspanne von rund 60 Prozent nach 58,2 Prozent im dritten Jahresviertel. Die Aufwendungen in den letzten drei Monaten dieses Jahres erwartet der Konzern bei 2,2 Milliarden bis 2,3 Milliarden Dollar. Zugleich revidierte der Chiphersteller seine Schätzung für die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im Gesamtjahr auf 4,3 Milliarden von zuvor angenommenen 4,2 Milliarden Dollar. Die Investitionen schätzt Intel für 2003 mit 3,6 Milliarden bis 3,7 Milliarden Dollar entgegen der früheren Erwartung von 3,5 Milliarden bis 3,9 Milliarden Dollar.