Intel Keine Gewinnwarnung
New York - Intel hat am Donnerstag nach Börsenschluss während einer Telefonkonferenz mit Analysten an seinen Prognosen festgehalten. Das Management zog eine Zwischenbilanz der ersten Hälfte des Geschäftsjahres und gab einen Ausblick auf die kommenden Monate. Die Angst vor einer Gewinn- und Umsatzwarnung hatte die Aktie in den vergangenen Tagen stark belastet: Nach dem Ende der Telefonkonferenz kletterte die Aktie im außerbörslichen Handel um 2,8 Prozent.
Rund 6,2 Milliarden Dollar Umsatz
Andy Bryant, der Chief Financial Officer des Chipherstellers, bestätigte frühere Prognosen für das dritten Quartal: Am 17. Juli hatte Bryant den Umsatz auf 6,2 bis 6,8 Milliarden Dollar geschätzt. Außerdem kündigte er eine Gewinnmarge von etwa 47 Prozent an. Am Donnerstag nach Börsenschluss hieß es, der Umsatz werde "etwas unterhalb der mittleren Schätzung" liegen.
Experten waren pessimistisch
Zwei Analysten hatten in den vergangenen Tagen vor einer Reduzierung der Prognosen gewarnt: Dan Niles von Lehman Brothers und Ashok Kumar von U.S. Piper Jaffrey hatten in Berichten an Kunden geschrieben, eine Senkung auf das untere Ende der im Juli abgegebenen Umsatz-Schätzung sei wahrscheinlich.
Die Bestätigung der Prognose von Intel ist nach Ansicht von Wall-Street- Analysten ein Zeichen dafür, dass die Nachfrage nach Personalrechnern und die Halbleiterpreise nicht stärker fallen als bisher erwartet. "Die Risiken sind nicht völlig vom Tisch, doch die Stärke, die wir im Juli und August sahen, erfüllt uns, was das dritte Quartal angeht, mit Zuversicht", sagte Bryant. Intel hat bereits den Abbau von 5000 Arbeitsplätzen angekündigt.
Schwache PC-Nachfrage und Preiskampf drücken auf Gewinne
Zur Verteidigung seines Marktanteils hat Intel den Preis für seinen Pentium-4-Prozessor bis zu 84 Prozent gesenkt. Dies hatte zu Spekulationen geführt, Intel müsse seine Ergebnisprognosen nach unten berichtigen. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres hatte Intel 41 Cents pro Aktie vor außerordentlichen Kosten verdient, bei einem Umsatz von 8,7 Millionen Dollar. Wenn der Chiphersteller die eigenen Prognosen erfüllt, wird der Umsatz dieses Mal um 26 Prozent unter dem Vorjahr liegen.
Das Intel-Management gab am Donnerstag Abend keine Prognose für den Gewinn im dritten Quartal ab. Die Wall Street Analysten gehen derzeit im Durchschnitt von 10 Cents pro Aktie aus, etwa 75 Prozent unter dem Vorjahr.
Der Chiphersteller kämpft mit der weltweiten Konjunkturschwäche, einen Rückgang der PC-Verkäufe in den USA um etwa 25 Prozent und einem aggressiven Preiswettbewerb mit dem Konkurrenten AMD. Advanced Micro Devices konnte Intel in diesem Jahr Marktanteile bei Microprozessoren abnehmen.
Von Christian Tempich, New York