Intel: Rote Zahlen, positive Quartalsprognose - DER SPIEGEL
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Positive Quartalsprognose Intels neue Hoffnung

Auch in der jüngsten Bilanz fallen die Zahlen von Intel wieder tiefrot aus. Trotzdem schöpfen die Anleger Hoffnung. Der Ausblick ist verhalten optimistisch.
Intel-Zentrale in Santa Clara: »Seien wir ehrlich: Die Erwartungen waren recht niedrig«
Intel-Zentrale in Santa Clara: »Seien wir ehrlich: Die Erwartungen waren recht niedrig«

Intel-Zentrale in Santa Clara: »Seien wir ehrlich: Die Erwartungen waren recht niedrig«

Foto: Andrej Sokolow / dpa

Abschreibungen und Restrukturierungskosten haben Intel im vergangenen Geschäftsquartal einen milliardenschweren Verlust eingebrockt. Die Erlöse schrumpften den Angaben zufolge um sechs Prozent auf 13,3 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb schließlich Verlust von 16,6 Milliarden Dollar. Für den Jahresschluss stellte Intel einen Umsatz von 13,3 bis 14,3 Milliarden Dollar in Aussicht. Das Unternehmen habe große Fortschritte bei seinem Sparprogramm gemacht, betonte auch Intels Finanzchef David Zinsner. Damit sei die Basis für eine wieder wachsende Ertragskraft und steigende Barmittelzuflüsse gelegt. Es gebe aber noch viel zu tun.

Obwohl die Bilanz den größten Umsatzrückgang seit fünf Quartalen auswies, war die Reaktion der Analysten im Prinzip positiv. »Seien wir ehrlich: Die Erwartungen waren recht niedrig«, sagte Ryan Detrick, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Carson. Die drei Hauptsparten – Prozessoren für PCs und für Rechenzentren sowie die Auftragsfertigung – hätten sich wacker gehalten. »Kein schlechter Job für ein angeschlagenes Unternehmen.« Anleger reagierten erleichtert auf die Zahlen und verhalfen Intel-Aktien im nachbörslichen Geschäft der Wall Street zu einem Kursplus von zeitweise mehr als zwölf Prozent.

Auftragsfertigung mit Problemen

Intel hat den Boom bei künstlicher Intelligenz (KI) verschlafen. Dem Konzern fehlt es an konkurrenzfähigen Produkten für diese rechenintensiven Anwendungen. Gleichzeitig schwächelt der Absatz klassischer Prozessoren. Mit dem Verkauf von Geschäftsteilen, der Streichung von Investitionen und dem Abbau von rund 15.000 Arbeitsplätzen will Konzernchef Pat Gelsinger das Ruder herumreißen. Im Zuge dieses Sparkurses legte der Konzern auch den geplanten milliardenschweren Bau einer Chipfabrik in Magdeburg vorläufig auf Eis.

Kopfzerbrechen bereitet Börsianern allerdings der geplante milliardenschwere Ausbau der Auftragsfertigung. Gelsinger verspricht sich von diesem Geschäftsbereich ab 2027 »bedeutende« Umsätze. Bislang häufen sich hier aber nur Verluste an. Investoren würden es daher begrüßen, wenn sich Intel von seiner Auftragsfertigung verabschiedet, sagte Portfoliomanager Daniel Morgan vom Vermögensverwalter Synovus.

Wegen der Schieflage haben Intel-Aktien seit Jahresbeginn rund die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Erstmals seit drei Jahrzehnten wird der Konzern mit weniger als 100 Milliarden Dollar bewertet. Dadurch ist die Firma, die 1968 den ersten kommerziellen frei programmierbaren Mikrochip vorgestellt hatte, zu einem Übernahmekandidaten geworden.

mik/dpa-AFX

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