Intel Trotz hoher Gewinne abgestraft
Santa Clara - Chipgigant Intel hat seinen Gewinn im vierten Quartal um 51 Prozent auf 2,27 Milliarden Dollar (1,52 Milliarden Euro) gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert. Das entspricht 38 US-Cents je Aktie, wie der Konzern nach Börsenschluss am Firmensitz im kalifornischen Santa Clara mitteilte. Der Umsatz verbesserte sich um elf Prozent auf 10,71 Milliarden Dollar und lag damit am unteren Ende der eigenen Firmenerwartungen.
Von Thomson Financial befragte Analysten hatten mit einem Gewinn vor Sonderposten von 40 Cent je Aktie und einem Umsatz von 10,84 Milliarden Dollar gerechnet. Auch mit dem Ausblick für das laufende Quartal blieb der Konzern hinter den Expertenprognosen. Daraufhin stürzte die Aktie nachbörslich entsprechend stark um mehr als 14 Prozent auf 19,46 Dollar ab.
Intels Abschneiden gilt vielen als Indikator für die allgemeine Computer-Nachfrage. Aus diesem Grund verdichten sich Sorgen, dass die anhaltende Kreditkrise und die abflauende US-Konjunktur eine beginnende Rezession in den USA einleiten könnte.
Für Finanzchef Stacy Smith seien Anzeichen für eine Rezession in den USA in diesen drei Monaten nicht zu erkennen gewesen. Für das laufende Geschäft gab er sich aber zurückhaltend. "Wir sind etwas vorsichtig angesichts dessen, was wir in der US-Wirtschaft sehen", sagte Smith. Für das laufende Quartal rechnet Intel mit einem Umsatz von 9,4 bis 10 Milliarden Dollar. Der Konzern peilt zudem eine Umsatzrendite von rund 56 Prozent an, nach 58 Prozent im vergangenen Quartal.
Im Vergleich zum Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD ) laufen die Geschäfte für Intel gut. Besonders bei hochwertigen Chips hat Intel kaum Wettbewerber und 2007 Marktanteile von seinem Erzrivalen zurückerobert, vor allem bei Computerservern. Zudem kommt es Intel zugute, dass die Kosten gedrückt werden und sich Intel von niedrigmargigen Nebengeschäften trennt hat.
Schon im dritten Quartal konnte Intel den Gewinn dank starker Nachfrage, niedrigerer Kosten und massiver Umstrukturierungen um 43 Prozent erhöhen. Zudem stellte Intel im November eine neue Generation von Chips vor, von denen sich Marktbeobachter viel versprechen.
cjp/AP/Reuters/dpa