RWE Interner Abwehrplan
Größer, als er zugeben mag, sind offenbar die Befürchtungen von RWE-Chef Harry Roels, sein Konzern könne nach dem Verkauf der Wassersparte zu einem Übernahmekandidaten werden. Der gebürtige Niederländer Roels habe, so berichten RWE-Manager, inzwischen Investmentbanker gebeten, eine mögliche Abwehrstrategie für eine drohende Übernahme zu erarbeiten. Einige Maßnahmen wie etwa ein schnelles Aktienrückkaufprogramm oder die Ausschüttung von Sonderdividenden wurden bereits vor einigen Wochen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Thames Water bei RWE erörtert. Auch intern hat das Unternehmen mit einer Art Notfallplan Vorbereitungen getroffen, auf eine drohende Übernahme reagieren zu können. So wurden etwa Banken und PR-Agenturen aufgelistet, die im Fall einer akuten Bedrohung mit RWE zusammenarbeiten könnten. Hintergrund für die außergewöhnliche Maßnahme ist der von Roels seit Jahren betriebene Ausverkauf im RWE-Konzern. Durch die Abgabe zahlreicher Töchter verfügt das Unternehmen über hohe Barmittel und ist für potentielle Angreifer ein lukratives Ziel. Schon seit Wochen registriert die RWE-Finanzabteilung deshalb mit Sorge, dass große Aktienpakete gekauft werden. Ob einer der möglichen Angreifer - etwa die russische Gasprom oder die italienische Enel - dahintersteckt, ist unklar. Insofern gebe es auch »keine konkrete Abwehrplanung oder entsprechende Aufträge«, heißt es bei der RWE.