Internet-Aktien: Pleitefirmen für Sammler - DER SPIEGEL
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Internet-Aktien Pleitefirmen für Sammler

Mit den verblichenen oder insolventen Firmen der New Economy lässt sich Geld verdienen ­ von Souvenirsammlern, die sich deren Aktien an die Wand hängen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Für fast 80 Dollar verkauft der Internet-Händler Scripophily ein Papier des größten Online- Lebensmittelhändlers Webvan, der diesen Monat Konkurs anmeldete. "Tot sind sie mehr wert als lebend", sagt Scripophily-Gründer Bob Kerstein, der vor zwei Jahren einen Online-Handel mit historischen Wertpapieren aufzog und jetzt Interesse an den Papieren zusammengebrochener Internet-Firmen wie IVillage oder Priceline registriert.

Eine Originalaktie des insolventen Spielzeughändlers EToys etwa kostet 139 Dollar. EToys-Mitgründer Philip Polishook hat zwei EToys-Aktien gekauft, aus Sentimentalität, wie er sagt. Andere Käufer sind Aktienhändler oder Analysten, die Dokumente aus der Zeit der Internet-Euphorie sammeln.

Anleger, die einst die Hoffnungswerte gekauft hatten, kommen selten an ihre Aktien: Broker verlangen hohe Gebühren für die Herausgabe einzelner Papiere, und viele Aktien sind nicht als effektive Stücke herausgegeben, sondern nur im Aktienbuch der Gesellschaft eingetragen worden.