Internet: Skandal-Managerin wieder im Geschäft - DER SPIEGEL
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Internet Skandal-Managerin wieder im Geschäft

Nina Brink, die skandalumwitterte ehemalige Vorstandschefin von World Online, sorgt wieder für Schlagzeilen. Sie will konkursreife Internetfirmen wieder fit machen - bisher mit eher gemischtem Erfolg.
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Hamburg - Zusammen mit zwei früheren Kollegen hat die einst gefeierte und dann gefeuerte Vorstandschefin des niederländischen Internetproviders World Online (WOL) die Investitionsfirma Renessence Ventures gegründet. Wie manager magazin.de berichtet, kauft das Unternehmen mit Sitz in London konkursreife Internetfirmen auf und restrukturiert sie, um sie anschließend gewinnbringend zu veräußern.

Auch mit ihrer neuen Tätigkeit sorgt Brink für Negativ-Schlagzeilen. Die an der Nasdaq notierte US-Gesellschaft Paradise Music, eine von derzeit drei Renessence-Beteiligungen, erlitt nach dem Einstieg der Niederländer einen Kursverlust von annähernd 70 Prozent. Zuvor hatte Renessence etwa drei Millionen Mark in den Anbieter von Musik und Filmen investiert.

Brink war im vergangenen Jahr von dem Aufsichtsrat und einigen niederländischen Großbanken gezwungen worden, ihren Posten als Vorstandsvorsitzende von World Online aufzugeben. Sie hatte drei Monate vor dem Börsengang einen Großteil ihrer WOL-Aktien an einen Investor verkauft. Dieser hatte nur rund sechs Euro pro Stück gezahlt und fünf Tage nach dem WOL-Börsengang 1,4 Millionen Anteile wieder auf den Markt geworfen. Der Kurs brach daraufhin drastisch ein. Im Emissionsprospekt war der Sachverhalt verschleiert worden.

Die geschädigten Anleger bereiten derzeit einen Prozess gegen World Online und verschiedene Banken vor - darunter auch Goldman Sachs und ABN Amro Rothschild. Insgesamt schätzt der niederländische Aktionärsverband VEB die Entschädigungssumme, die bei einer Verurteilung an die getäuschten WOL-Anleger gezahlt werden könnte auf rund 200 Millionen Mark.