Internet-Studie: Nur jeder dritte Marktplatz überlebt - DER SPIEGEL
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Internet-Studie Nur jeder dritte Marktplatz überlebt

Nach Ansicht von Unternehmensberatern werden zwei Drittel der Business-to-Business-Marktplätze (B2B) im Internet nicht überleben. Besonders Start-ups ohne Standbein in der "realen Welt" werden geringe Chancen eingeräumt.
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München - Für den Großteil der Betreiber von B2B-Plattformen werde sich daraus die Notwendigkeit zur Kooperation mit etablierten Unternehmen ergeben, heißt es in einer Studie der Boston Consulting Group.

Maximal 60 bis 100 virtuelle Marktplätze könnten sich bis zum Jahr 2003 auf dem Markt etablieren, schätzt die Unternehmensberatung. Bis dahin soll sich das B2B-Umsatzvolumen von derzeit 177 Milliarden Euro auf 422 Milliarden Euro mehr als verdoppeln, bei einem jährlichen Wachstum von 34 Prozent.

Als Überlebensgröße für B2B-Marktplätze gilt laut BCG ein Mindestumsatz von 1,5 Milliarden Euro. Nicht allein der Transaktionsumfang sichere den virtuellen Märkten aber die Existenz, sie müssten darüber hinaus zusätzliche Dienstleistungen wie Logistik und Zahlungsabwicklung anbieten.

Weil die etablierten Unternehmen der Old Economy über solche Instrumente verfügten, seien sie auf lange Sicht im Vorteil. Rein virtuelle Start-ups ohne "Präsenz in der realen Welt" hätten, nur auf Märkten eine Chance, die noch nicht von etablierten Unternehmen dominiert würden.

Im Jahr 2003 werden laut Schätzung von Boston Consulting rund 14 Prozent des Handels zwischen Unternehmen über B2B-Kanäle abgewickelt. Dabei gelte die Faustregel, je größer das Unternehmen, desto mehr E-Commerce. Von den Herstellern über fünf Milliarden Euro Umsatz würde 2003 bereits jeder vierte auf den elektronischen Handel zugreifen.

Als die drei Spitzenreiter unter den Branchen hätten sich bereits jetzt der Einzelhandel, Fahrzeugbau und die Konsumgüterindustrie herauskristallisiert, gibt die BCG nach Befragung von 300 Unternehmen an. Die Telekommunikationshersteller würden als B2B-Anwender künftig stark nachziehen.

Grundlegend ändern müsse sich allerdings künftig die Organisation der virtuellen Marktplätze, kritisiert Boston Consulting. Einheitliche Produkt- und Informationsstandards müssten geschaffen werden, sowie mehr Sicherheit im Handel. Nur unter diesen Voraussetzungen würden die B2B-Anwendungen bis spätestens 2010 die Wirtschaft nachhaltig umstrukturieren.