Internetkonzern Yahoo bittet Aktionäre um Hilfe
Sunnyvale - Die Hauptversammlung am 1. August wird zeigen, wer gewinnt: Firmenchef Jerry Yang oder Multimilliardär Carl Icahn. Nach den Angriffen des Großaktionärs versucht nun die die Unternehmensführung, die Aktionäre auf ihre Seite zu ziehen.
In einem Brief forderte der Internetkonzern Yahoo deshalb seine Anteilseigner auf, den bisherigen Aufsichtsrat wiederzuwählen und die von Multimilliardär Icahn aufgestellten Kandidaten abzulehnen. Es sei die entscheidenste Hauptversammlung in der Geschichte des Unternehmens, heißt es in dem Brief.
Weiter steht darin, dass der Aufsichtsrat sich stets darauf konzentriert habe, das Vermögen der Aktionäre zu mehren - und deshalb das Übernahmeangebot von Microsoft abgelehnt hat. Icahn habe keinen glaubwürdigen Plan, außer das Unternehmen an Microsoft zu verkaufen.
Wenige Tage zuvor hatte sich auch der Großaktionär Icahn in einem Brief an die Aktionäre gewandt. Darin hatte er geschrieben, dass das Unternehmen wiederholt falsche Aussagen gemacht habe. Er habe sehr wohl deutlich gemacht, welche Aufgaben er von einem neuen Aufsichtsrat erwarte.
Außerdem hatte er zuvor angekündigt, dass er den Verwaltungsrat auffordern werde, das Unternehmen freiwillig an Microsoft zu verkaufen, falls er die Kontrolle über Yahoo gewinnen sollte. Dem aktuellen Verwaltungsratschef von Yahoo, Roy Bostock, schlug er einen Preis von 34, 4 Dollar je Aktie vor. Seit mehreren Monaten tobt eine Übernahmeschlacht zwischen Microsoft und Yahoo. Übernahmeangebote hatte der Internetkonzern wiederholt abgelehnt. Beim letzten Versuch, Yahoo zu übernehmen, hatte Microsoft 34 Dollar je Aktie geboten. Yahoo forderte mindestens 37 Dollar.
cvk/dpa-AFX