Intershop: Jeder zweite muss gehen - DER SPIEGEL
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Intershop Jeder zweite muss gehen

Der einstige Börsenstar Intershop rutscht immer tiefer in die Krise. Der Verlust des Unternehmens wird voraussichtlich so hoch ausfallen wie der Umsatz, die Zahl der Mitarbeiter soll halbiert werden.
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Jena - Schon Ende September sollen nur noch 200 der derzeit 445 Mitarbeiter bei Intershop   angestellt sein. Details zu den geplanten weit reichenden Restrukturierungen will Intershop am 31. Juli bekannt geben. Der Personalabbau betreffe alle Bereiche des Unternehmens, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Für 2003 rechnet Intershop nur noch mit einem Umsatz von 20 bis 25 Millionen Euro anstatt der ursprünglich erwarteten knapp 45 Millionen Euro. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) werde wahrscheinlich mit rund 20 Millionen Euro vier Mal höher sein als ursprünglich angenommen. Dabei hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben Ende Juni nur noch liquide Mittel von 10,5 Millionen Euro nach 16,7 Millionen Euro drei Monate zuvor.

Finanzvorstand Jürgen Schöttler sagte der "Süddeutschen Zeitung" auf die Frage nach einer drohenden Zahlungsunfähigkeit: "Ich glaube, wir können es abwenden." Seinen Angaben zufolge rechnet Intershop mit einer Geldspritze von rund fünf Millionen Euro von der Commerzbank und mit der Unterstützung des Landes Thüringen.

Ziel ist es Schöttler zufolge, die technologische Kernkompetenz von Intershop im Bereich Forschung und Entwicklung zu erhalten. Im Ausland werde Intershop seine Produkte künftig weitgehend über Distributionspartner vertreiben. Der Sparkurs hatte im Vorjahr bereits einem Drittel der Belegschaft den Arbeitsplatz gekostet.

Die Aktie brach bis zum Abend um 18 Prozent auf 1,55 Euro ein. Auf ihrem Höhepunkt Anfang 2000 hatte das Papier 670 Euro gekostet. Intershop galt Ende der neunziger Jahre als aufsteigender Star der New Economy und als Aushängeschild der ostdeutschen Wirtschaft.