Intershop Konkurrenz klagt Patente ein
San Francisco - Intershop gerät jetzt auch in den Vereinigten Staaten unter Beschuss. Vor dem US-Bezirksgericht in Delaware klagt Open Market auf Schadeersatz wegen der Benutzung und des Verkaufs von Software-Produkten. Open Market sieht bei einigen Intershop-Produkten eigene Patente verletzt. Das Unternehmen will den weiteren Vertrieb der betroffenen Software außerdem per einstweiliger Verfügung unterbinden und verlangt eine Entschädigung in noch ungenannter Höhe.
Open Market begründete diesen Schritt damit, dass die Intershop-Software das Open-Market-Patent für ein Internet-Serversystem sowie für zwei weitere Produkte verletzen würde. Intershop lehnte eine Stellungnahme dazu zunächst ab.
In Deutschland hatten bereits mehrere Aktionärsvertreter Klagen gegen das Software-Unternehmen wegen möglicher Verstöße gegen die Ad-hoc-Richtlinien eingereicht.
Das Jenaer Software-Unternehmen hatte in der vergangenen Woche überraschend für das Jahr 2000 einen Nettoverlust von voraussichtlich 37 bis 39 Millionen Euro angekündigt. Allein das vierte Quartal 2000 soll einen Verlust von 30 bis 32 Millionen Euro ausweisen. Begründet wurden die Verluste vor allem mit der Investitionszurückhaltung der US-Kunden. Daraufhin war der Kurs der Intershop-Aktie um mehr als 70 Prozent eingebrochen. Im Handel am Mittwoch musste das Papier weitere Federn lassen: Mit einem Abschlag von rund siebeneinhalb Prozent gehörten Intershop zu den Verlierern am Neuen Markt.