Interview-Eklat Hunzinger beschimpft Journalisten
Frankfurt am Main - "Also, diese Frage ist mir zu banal" blaffte Hunzinger seine Interviewpartnerin auf dem Nachrichtensender "n-tv" an. Die Moderatorin wollte eigentlich nur wissen, ob Hunzinger Treffen zwischen Scharping und der Rüstungslobby vermittelt habe. Andere Journalisten bügelte er ähnlich schroff ab: "Wir machen nichts anderes den ganzen lieben langen Tag, als solche Treffen zu vermitteln. Egal, mit wem", sagte Hunzinger beispielsweise der Nachrichtenagentur Reuters. Aus seinem n-tv-Interview verabschiedete er sich mit den Worten "Glück auf".
Der PR-Berater gab jedoch zu, ein Treffen zwischen Scharping und dem damaligen Ferrostaal-Vorstand Hannfried Haun arrangiert zu haben. Auch hier tat er so, als sei dies das Normalste von der Welt: "Aber selbstverständlich. (...) Wir helfen der Industrie, sich Gehör zu verschaffen", sagte Hunzinger.
Das Magazin "Stern" hatte berichtet, Haun habe sich bei dem Treffen im März 1999 um Exportgenehmigungen für U-Boote in arabische Staaten bemüht. Eine Reise Scharpings nach Ägypten und in die Vereinigten Arabischen Emirate habe damals kurz bevorgestanden.
Der PR-Berater spielte die Bedeutung dieses Treffens herunter und wich aus ins Allgemeine. Grundsätzlich werde seine Firma von ihren Kunden dafür bezahlt, Kontakte zu vermitteln und den Kunden zu beraten, wie er "sein Geschäft beschleunigen" könne. Seine Hunzinger Information AG arbeite dabei mit allen möglichen Ministerien zusammen, sagte der PR-Berater. "Natürlich auch mit dem Verteidigungsministerium, mit dem Innenministerium, mit dem Finanzministerium, mit dem Bundestag, mit dem Europa-Parlament, mit der Kommission, mit ausländischen Staats-und Regierungschefs machen wir Termine für unsere Auftraggeber."