Investmentbanking: Ausländische Institute deklassieren Deutsche Bank - DER SPIEGEL
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Investmentbanking Ausländische Institute deklassieren Deutsche Bank

Die Deutsche Bank verliert in ihrem Heimatmarkt im Investmentbanking drastisch an Boden. Im ersten Quartal rangierte das Unternehmen bei inländischen Börsengängen nur noch auf dem vierten Platz, bei Fusionen und Übernahmen rutschte der Frankfurter Platzhirsch sogar deutlich stärker ab.
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Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank   ist in den ersten drei Monaten bei inländischen Aktienplatzierungen von Rang zwei im Jahr 2004 auf Platz vier zurückgefallen. In dem Geschäftsfeld, das als Königsdisziplin des Investmentbankings gilt, lag die US-Großbank JP Morgan mit einem Volumen von 2,665 Milliarden Dollar und einem Marktanteil von 30,7 Prozent an der Spitze. Dies geht aus der am Dienstag veröffentlichten Rangliste des Finanzdienstleisters Thomson Financial hervor. Im Gesamtjahr 2004 belegte JP Morgan noch Rang drei.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen die New Yorker Investmentbank Goldman Sachs   (1,57 Milliarden Dollar) sowie die japanische Nomura   (1,43 Milliarden Dollar). Die Deutsche Bank verbuchte zwar mit sechs Transaktionen die größte Zahl an Aktienemissionen. Allerdings kamen die Frankfurter lediglich auf ein Gesamtvolumen von knapp 800 Millionen Dollar.

Insgesamt seien im ersten Quartal Aktien im Wert von 8,69 Milliarden Dollar an Investoren verkauft worden und damit etwa fünf Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, teilten die Experten mit. Die größte Platzierung war mit einem Volumen von rund zwei Milliarden Dollar eine von der Allianz begebene Wandelanleihe über Aktien der Münchener Rück  , Siemens   sowie BMW   - gefolgt von einer durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau in Auftrag gegebenen Wandelanleihe über Post-Aktien.

Auch das M&A-Geschäft läuft schlecht

Im Geschäft mit Fusionen und Unternehmensübernahmen, kurz M&A (Mergers & Acquisitions) muss sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mit einem noch erheblich deutlich schlechteren Ergebnis zufrieden geben. Sein Institut, dass im Gesamtjahr 2004 in Deutschland noch den zweiten Platz belegte, landete in den ersten drei Monaten 2005 nur auf dem 13. Rang. Auf dem ersten Platz der Thomson-Statistik findet sich - wie bereits im Vorjahr - Goldman Sachs. Auf den Plätzen zwei und drei folgen JP Morgan und die Credit Suisse First Boston.

Auch andere deutsche Großbanken liegen auf ihrem Heimatmarkt im M&A-Geschäft auf den hinteren Rängen. Die in London beheimatete Allianz-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein notierte immerhin noch auf dem sechsten Platz. Die HypoVereinsbank   (Platz 17) und die Commerzbank (Platz 15)   waren hingegen weit abgeschlagen.

Insgesamt gab es laut Thomson 353 Transaktionen mit einem Volumen von 24,57 Milliarden Dollar gegeben. Der größte Deal mit Beteiligung deutscher Unternehmen in den ersten drei Monaten war mit einem Volumen von knapp sechs Milliarden Dollar die Übernahme des spanischen Reisebuchungsunternehmens Amadeus durch Finanzinvestoren und drei Fluggesellschaften, zu denen auch die Lufthansa   zählt. Auf Platz zwei folgte der Verkauf des Generika-Herstellers Hexal an den Schweizer Pharmakonzern Novartis  .

Nur bei Anleihen spitze

Lediglich bei Anleihenemissionen lag die Deutsche Bank im Inland vorne. Mit 64 Transaktionen und einem Volumen von rund 23,7 Milliarden Dollar kam sie auf einen Marktanteil von 15,3 Prozent, und belegte damit den ersten Platz. Auf Platz zwei folgte sowohl in den ersten drei Monaten 2005 als auch im gesamten Jahr 2004 die größte US-Bank Citigroup  . Auf Platz drei lag Dresdner Kleinwort Wasserstein.