iPhone-Profite Apple-Zahlen lassen Experten staunen
Apple-Geschäft (in New York): Telefone und Computer heiß begehrt
Foto: BRENDAN MCDERMID/ REUTERSCupertino - Der Computer- und Telefonhersteller Apple hat sein neues Geschäftsjahr 2009/2010 mit einem Paukenschlag begonnen. Mit seinen Zahlen für das erste Quartal toppte der Hersteller von Mac-Rechnern, und iPod-Musikspielern seine eigene Prognose und die Erwartungen der Experten. Und der gute Lauf soll anhalten.
"Die neuen Produkte, die wir dieses Jahr herausbringen wollen, sind sehr stark", sagte Apple-Chef am Montag im kalifornischen Cupertino, ohne allerdings zu verraten, um was es sich genau handelt. Für Mittwoch hat Apple zu einer Produktvorstellung eingeladen. Spekuliert wird seit Wochen über einen Tablet-PC mit berührungsempfindlichem Bildschirm.
Unterm Strich verdiente Apple im wichtigen Weihnachtsquartal knapp 3,4 Milliarden Dollar und damit anderthalb mal so viel wie vor einem Jahr. Der Umsatz stieg um ein Drittel auf 15,7 Milliarden Dollar. Aufs Jahr hochgerechnet sei Apple damit jetzt eine 50-Milliarden-Dollar-Firma, so Jobs.
Von Oktober bis Dezember verdoppelte Apple seine iPhone-Verkäufe auf 8,7 Millionen Stück. Die Mac-Rechner verkauften sich 3,36 Millionen Mal, ein Anstieg von einem Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Einzig der iPod schwächelte abermals; hier ging der Absatz um 8 Prozent auf 21 Millionen Stück zurück. Viele Kunden verzichten wegen des iPhone auf einen extra Musikspieler.
Fällt das iPhone-Monopol in den USA?
Die Euphorie der Anleger hielt sich nachbörslich dennoch in Grenzen. Die Aktie stieg nicht mal ein Prozent. Allerdings war das Papier auch schon den ganzen Tag über kräftig nach oben gegangen.
Ein Analyst hatte verbreitet, Apple wolle sein iPhone schon bald über alle großen US-Netzbetreiber anbieten. Bislang darf nur AT&T das Handy in den USA anbieten. Würde das Monopol fallen, hätte Apple auf einen Schlag Millionen potentieller Neukunden. In Deutschland läuft der Vertrieb exklusiv über T-Mobile.
Umsatz- und Gewinnplus bei Texas Instruments
Auch der Technologiekonzern Texas Instruments präsentierte gute Zahlen für das Schlussquartal. "Die Nachfrage war in allen Endmärkten stark", sagte Konzernchef Rich Templeton in Dallas. Nicht einmal den üblichen Knick zu Weihnachten habe es gegeben.
Texas Instruments verdiente von Oktober bis November 655 Millionen Dollar, im Vorjahreszeitraum waren es gerade einmal 107 Millionen Dollar gewesen. Getragen von der gestiegenen Nachfrage wuchs der Umsatz um 21 Prozent auf drei Milliarden Dollar. Damit ging die Erholung schneller vonstatten als Experten erwartet hatten.
Das Unternehmen ist Branchenführer im Geschäft mit analogen und integrierten Prozessoren für einfache Rechenaufgaben. Die TI-Chips kommen in Geräten von der Waschmaschine bis zum Fernseher zum Einsatz. Daher gilt das Abschneiden des Konzerns als Konjunkturbarometer für Elektronikhersteller. Schülern ist Texas Instruments durch seine Taschenrechner bekannt.
Im ersten Quartal soll die gute Entwicklung anhalten. Texas Instruments erwartet einen Umsatz zwischen 2,95 und 3,19 Milliarden Dollar und ein Ergebnis je Aktie von 0,44 bis 0,52 Dollar.