IPO-Gerüchte Senkt Comdirect die Bookbuilding-Spanne?
Frankfurt am Main - Gerüchte, beim Börsengang des Online-Brokers Comdirect werde es wie bei Hyperwave zu einer Absenkung der Bookbuilding-Spanne kommen, wollte die konsortialführende Commerzbank nicht kommentieren. Am Freitag wurde im Handel darüber spekuliert, ob die Bewertung des Börsengängers angesichts der zurückliegenden Kursverluste der Vergleichsunternehmen nicht heruntergenommen werden müsste.
Der Software-Entwickler Hyperwave nahm am Freitag die Preisspanne von 59 bis 67 Euro auf 48 bis 53 Euro zurück. So ganz könne er nicht verstehen, wie ein Unternehmen innerhalb einer Woche seinen Wert so stark reduzieren könne, sagte Norbert Empting vom Börsenmakler Schnigge. Da müsse man sich fragen, ob eine Verschiebung des Börsenganges nicht angebrachter gewesen wäre.
Bis zum Freitagmittag wurden in der Vorbörse noch keine 1000 Stück von Hyperwave umgesetzt, während die Nachfrage dünn war, bestanden weiterhin Angebote vor allem aus dem Ausland. Ein Statement des Konsortialführers Deutsche Bank beim Börsengang von Hyperwave war nicht zu erhalten.
Durchaus Verständnis zeigte Heiko Bienek von Independent Research (IR) für die Maßnahmen Hyperwaves. Man müsse einfach sehen, dass die Bewertung der Vergleichsunternehmen in letzer Zeit drastisch nach unten gegangen sei. Er erinnerte daran, dass der Börsen-Highflyer Norcom im Herbst vergangenen Jahres auch zu einer denkbar schlechten Zeit an die Börse gekommen sei. Die Münchner hätten seinerzeit sowohl den Preis als auch das Ausgabevolumen reduziert. In der Folge sei der Kurs, als der Markt wieder "normaler" lief, geradezu explodiert.