Irak-Krieg: Muslimischer Staat droht mit Öl-Boykott - DER SPIEGEL
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Irak-Krieg Muslimischer Staat droht mit Öl-Boykott

Um einen Irak-Krieg zu verhindern, könnten muslimische Staaten Öl als "Waffe" gegen den Westen einsetzen und die Lieferungen einstellen. Damit droht zumindest der Premierminister Malaysias, dessen Land allerdings nicht in der Opec vertreten ist.
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Kuala Lumpur - Nach Angaben des Ministerpräsidenten Mahathir Mohamed überlegen aber auch andere muslimische Staaten, Öl als Druckmittel einzusetzen, um einen Irak-Krieg zu verhindern. Über entsprechende Maßnahmen seien bei Beratungen der Organisation der Islamischen Konferenz in Kuala Lumpur nachgedacht worden, sagte Mahathir am Mittwoch.

Mahathir führte aus, die Teilnehmer seien sich bewusst gewesen, das ein solches Vorgehen ein Nachspiel haben könnte. Einige seien aber der Ansicht gewesen, dass man anfangen sollte, eine solche Option zu prüfen. Namen dieser Nationen nannte Mahathir nicht.

Mitglieder der weitaus bedeutsameren Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) haben hingegen zugesagt, auch im Falle eines Krieges mit dem Irak weiter Öl zu liefern und sogar mögliche Ausfälle kompensieren zu wollen. Allein Saudi-Arabien verfügt über beträchtliche freie Kapazitäten, um mehr Öl zu pumpen. Irak exportiert etwa zwei Millionen Barrel pro Tag. Zur Opec gehören Algerien, Indonesien, Iran, Kuweit, Libyen, Nigeria, Katar, Saudi-Arabien, Venezuela und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Mitgliedschaft des Irak ruht.

Zuletzt wurden Ölexporte 1973 als politisches Druckmittel eingesetzt. Damals verursachte die Verknappung eine weltweite Energiekrise. Im November 2000 nahm das damals noch mächtigere Opec-Förderkartell eine von Saudi-Arabien eingebrachte Initiative an, dass Öl nicht als politische Waffe missbraucht werden soll.

Mahathir hatte zuvor auf einer Pressekonferenz zum Abschluss der Tagung Blockfreier Staaten gesagt, dass die Organisation Krieg als Mittel der Politik ablehne. Die Blockfreien-Bewegung wolle deshalb die Friedensbewegung in den westlichen Ländern unterstützen, um einen Krieg zu verhindern. "Wir sind gegen Krieg, sei es multilateral oder unilateral. Im Krieg werden Menschen abgeschlachtet. Wir sind gegen das Abschlachten von Menschen, sei es durch das Abwerfen von Bomben oder das abstürzen lassen von Flugzeugen in Gebäude. Wir sind dagegen."

Mahathir lobte ausdrücklich den Standpunkt von Frankreich im Sicherheitsrat, der von Deutschland und Russland unterstützt wird und für die Fortsetzung der Rüstungsinspektionen in Irak wirbt. "Malaysia begrüßt die französische Position", sagte er. "Es ist sehr tapfer von Frankreich, sich den USA in dieser Angelegenheit zu widersetzen."

Bei den informellen Beratungen in Kuala Lumpur waren 47 der 57 Mitglieder der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) vertreten, darunter die Ölproduzenten Iran und Saudi-Arabien. Es sei auch darüber gesprochen worden, mit Kriegsgegnern in westlichen Ländern "gemeinsame Sache" zu machen und sich Frankreich und Deutschland anzuschließen im Bemühen, einen Krieg abzuwenden, sagte Mahathir.